Kontakt zu BTM, Insolvenz?

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Alfons Heck
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von Alfons Heck »

Hier noch eine Meinung vom Steckerbiker zur aktuellen Situation.
Die SteckerBiker meinen:
Black Tea Motorbikes ist weit gekommen. Aus einem Universitätsprojekt und einem einzelnen Prototypen entstand ein deutscher Elektromotorradhersteller. Nach der Bonfire, die technisch noch stark auf einer für Verbrennermotorräder gedachten Konstruktion beruhte, gelang es dem kleinen Team aus München, mit der Wildfire eine vollständig neue Fahrzeugplattform zu entwickeln, zu homologieren und tatsächlich auf die Straße zu bringen.
Doch das wirtschaftliche Umfeld ist schwieriger geworden. Mit der Honda WN7 steht inzwischen ein Konkurrenzprodukt bereit, dessen Preis nicht mehr sehr weit von einer gut ausgestatteten Wildfire entfernt ist. Die Honda besitzt zwar einen etwas kleineren Akku, wirkt mit CCS-Schnellladung, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, wassergekühltem Antrieb und dem etablierten Händler- und Servicenetz eines Großserienherstellers technisch und qualitativ jedoch deutlich ausgereifter. Außerdem wird sie auch in einer 11-kW-Version für die A1-Klasse angeboten.
Überhaupt ist der Markt für elektrische Motorräder der A1- und 11-kW-Klasse heute wesentlich stärker umkämpft als zu Beginn der BTM-Geschichte. Gleichzeitig sind Entwicklung, Einkauf, Homologation und Produktion teurer geworden. Für ein kleines Unternehmen bleibt damit nur wenig Spielraum, gestiegene Kosten durch höhere Verkaufspreise auszugleichen.
Wie es mit Black Tea Motorbikes weitergeht, wissen wir derzeit nicht. Eine vorläufige Insolvenzverwaltung muss nicht zwangsläufig das Ende eines Unternehmens bedeuten. Auch andere Hersteller der Elektromotorradbranche haben Insolvenzverfahren, Eigentümerwechsel oder umfassende Sanierungen durchlaufen.
Zumindest für die bestehenden Fahrer könnte sich die bisherige Philosophie von BTM jetzt auszahlen. Das Unternehmen ging vergleichsweise offen mit den verwendeten Komponenten um, setzte vielfach auf Standardteile und konstruierte seine Motorräder modular und zugänglich. Damit steigen die Chancen, dass die Community Reparaturen, Ersatzteilquellen und technische Lösungen künftig gemeinsam organisieren kann.
Wir wünschen den Ridern, den Vorbestellern, Viktor Sommer und dem gesamten Team von Black Tea Motorbikes alles Gute. Wir hoffen, dass das Insolvenzverfahren lediglich eine schwierige Phase bleibt, die überwunden werden kann. Black Tea Motorbikes hat Farbe, Eigenständigkeit und persönlichen Kontakt in den Elektromotorradmarkt gebracht. Wir würden BTM sehr vermissen.
Quelle: https://steckerbiker.de/news/hersteller ... erwaltung/


Gruß
Alfons.
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MarioMario
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von MarioMario »

Hallo zusammen,

ich bin auch einer der Betroffenen, der eine Wildfire vorbestellt und bereits vollständig bezahlt hat. Ich hab Post vom vorläufigen Insolvenzverwalter im Briefkasten gehabt. Da hier im Forum bisher noch niemand ein konkretes Angebot erwähnt hat, wollte ich die Eckdaten mit euch teilen, um zu hören, ob noch jemand dieses Schreiben erhalten hat und wie ihr die Lage einschätzt.

Der Insolvenzverwalter bietet mir eine Fertigstellung und Auslieferung des Motorrads unter folgenden Bedingungen an:
> Forderung einer Aufzahlung: Da die Anzahlungen in der Masse nicht mehr unterscheidbar sind und Akkus/Kleinteile fehlen, verlangt er bei bereits voll bezahlten Bestellungen eine Aufzahlung von 60 % des ursprünglichen Kaufpreises.
> Keine Gewährleistung: Im Schreiben wird direkt klargestellt, dass spätere Gewährleistungsansprüche insolvenzbedingt voraussichtlich dauerhaft wertlos sind.
> Treuhandkonto-Absicherung: Die Zuzahlung soll auf ein separates Treuhandkonto gehen. Falls das Motorrad am Ende – egal aus welchem Grund – doch nicht geliefert werden kann, wird die Aufzahlung innerhalb von drei Monaten zurückerstattet.
> Fristen: Rückäußerung bis zum 03.08.2026, Zahlung bis zum 10.08.2026.
> Konsequenz bei Ablehnung: Der Verwalter behält sich vor, nach der offiziellen Eröffnung die Nichterfüllung des Vertrages zu wählen. Die bisherige Zahlung müsste man dann als normale Insolvenzforderung zur Tabelle anmelden (wobei die Quote völlig unklar ist).

Ich bin extrem unschlüssig. Einerseits ist das Geld bei der Insolvenztabelle wohl so gut wie weg. Andererseits wäre das Motorrad durch die 60% Zuzahlung extrem teuer – und das komplett ohne Garantie oder Werks-Support in der Zukunft. Hat noch jemand von euch diesen Brief bekommen? Wie reagiert ihr darauf, oder hat vielleicht schon jemand rechtlichen Rat dazu eingeholt?
Beste Grüße!
woidviadla
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von woidviadla »

Servus!
Meine Einschätzung: es wird kein Zufall sein, dass der Insolvenzverwalter von den Kunden, die bereits vollständig bezahlt haben, nochmal einen so hohen Aufschlag fordert, der einerseits sehr schmerzt, andererseits aber "gerade noch irgendwie verkraftbar erscheint" - der wirtschaftlichen Wahrheit im Einzelfall wird es aber wohl nicht entsprechen. Für ihn geht es jetzt darum, noch möglichst viel Cash rein zu holen, um dann den übrigen Gläubigern eine bessere Quote anbieten zu können.
Aus deiner Perspektive würde ich mir Folgendes überlegen: wenn du den bereits bezahlten Betrag als vollständig verloren betrachtest und somit für den Betrag X (die 60%) ein "neues Fahrzeug" ohne jegliche Gewährleistung bekommst, entspricht das eigentlich einem ca. 2 Jahre alten "Ladenhüter" oder eher einem sehr gut gepflegten Gebrauchtfahrzeug.
Die Frage ist also: welche derartigen Alternativen kannst du für diesen Betrag bekommen?
Dazu kommt: einen Ladenhüter bzw. Gebrauchten wird man zahlen und sofort mitnehmen können. Bei der Aufzahlung wird es nochmal eine Weile dauern - falls überhaupt jemals fertiggestellt wird. Da wird die heurige Saison wohl um sein.
iain
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von iain »

MarioMario hat geschrieben: Mi 29. Jul 2026, 06:02 Hallo zusammen,

ich bin auch einer der Betroffenen, der eine Wildfire vorbestellt und bereits vollständig bezahlt hat. Ich hab Post vom vorläufigen Insolvenzverwalter im Briefkasten gehabt.
Moin,

meine Situation ist genauso, habe aber noch kein Schreiben bekommen. Meine Fragen an dich:
  • Bekommt man dann die ABS Version?
  • Bekommt man die breiteren bzw. größeren Reifen, von denen Viktor gesprochen hat?
  • Steht da bei dir ein konkreter Betrag oder nur die 60%? Hast du ein oder zwei Akkus bezahlt?
Beste Grüße
Patrick
MarioMario
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von MarioMario »

iain hat geschrieben: Mi 29. Jul 2026, 07:34
MarioMario hat geschrieben: Mi 29. Jul 2026, 06:02 Hallo zusammen,

ich bin auch einer der Betroffenen, der eine Wildfire vorbestellt und bereits vollständig bezahlt hat. Ich hab Post vom vorläufigen Insolvenzverwalter im Briefkasten gehabt.
Moin,

meine Situation ist genauso, habe aber noch kein Schreiben bekommen. Meine Fragen an dich:
  • Bekommt man dann die ABS Version?
  • Bekommt man die breiteren bzw. größeren Reifen, von denen Viktor gesprochen hat?
  • Steht da bei dir ein konkreter Betrag oder nur die 60%? Hast du ein oder zwei Akkus bezahlt?
Beste Grüße
Patrick
Es geht um ein bestelltes Fahrzeug in der urspruenglichen Konfiguration und entsprechendem Listenpreis laut Rechnung. Zur Fertigstellung von genau diesem Modell werden die +60% veranschlagt. Es werden keine Details zu sonstigen Aenderungen wie zB Griffen genannt.
Mir sieht es nach einem sehr verallgemeintertem Schreiben aus und ich wollte wissen ob noch weitere Kunden dieses "Angebot" bekommen haben.
Andirel
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von Andirel »

Was soll da gerade noch irgendwie verkraftbar sein, wenn man zum derzeitigen Stand 100% verloren hat nochmal 60% für das gleiche Produkt bezahlen soll. Ohne Garantie und 100% tige Auslieferung.
Kleinteile und Akkus fehlen, was scheinbar aus den 60% dann mitfinanziert wird...

Mit sowas wären meine Finanzen am Ende! Haben die betroffenen noch nicht genug verloren?

Nachwort:
Ich hatte selbst noch mit Victor bei der Reload Land 2026 in Berlin Tempelhof gesprochen und ein wirklich nettes Gespräch gehabt. Natürlich tut mit die ganzen letzte Entwicklung sehr leid und ich wünsche natürlich nur das beste!
Beste Grüße, Andreas
Stevie_AN
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von Stevie_AN »

Guten Morgen,

ich würde vermutlich NICHT noch was draufzahlen - irgendwie gibt es doch die Weisheit, man solle "...schlechtem Geld kein gutes hinterher werfen!"

Meine Idee wäre: Gegenangebot! Da das Motorrad eh keine Gewährleistung usw. haben wird, würde ich versuchen durchzusetzen, das Motorrad so weit fertig zu machen, wie dies OHNE die zusätzlichen 60% möglich ist. Vermutlich fehlt dann ein Akku, vielleicht auch beide. Aber die kann man sich auch anderweitig besorgen/bauen lassen.

Über welche Summe sprechen wir denn bei den 60%?

Blöderweise ist der Brief an Dich eigentlich der direkte Hinweis dafür, dass es sich nun nicht mehr "nur" um eine Insolvenzprüfung handelt, sondern ganz konkret um INSOLVENZ!

Schade!
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Dragoxx
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von Dragoxx »

Hi,

also die 60% sind doch etwas überzogen......

Ich denke auch, dass es nur um die Akkus geht. Er hatte schon immer Probleme mit der Lieferung dieser Bauteile. Wobei ich jetzt eher vermute
er konnte die Akkus nicht bezahlen und musst immer wieder auf frisches Geld warten.

Ich denke das Motorrad wird soweit fertig sein und es fehlen die Akkus. Der Insolvenzverwalter kann mit den Maschinen aber eigentlich nichts anfangen.

Wie willst Du diese denn noch verkaufen?

Keine Ahnung ob es geht, aber ich würde auch versuchen zu klären, was genau am Motorrad fehlt. Evtl. sollen die das so ausliefern wie es dort steht.
Du bekommst fast alle Bauteile von anderen Händlern. Bei den Akkus wird es schwierig aber auch dort wird es Lösungen geben.
tsztsz
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von tsztsz »

Soweit ich sehe- ich war letztes Jahr in deren Werkstatt/Manufaktur sind die Teile für die Maschinen eigentlich alle vor Ort und lassen sich zusammenbauen, in der Tat scheinen die Akkus das Problem - und das hat er ja un früheren Videos schon gesagt.

Kannst du fragen ob du die Maschine ohne Akkus bekommen kannst - und wenn ja, kann man dann was damit anfangen?
iain
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Re: Kontakt zu BTM, Insolvenz?

Beitrag von iain »

Ich habe mit dem Insolvenzverwalter telefoniert. Hier die Erkenntnisse:

Die 60% Nachzahlung werden für die Bestellung der Akkus, die Bezahlung der Mitarbeiter für die kommende Zeit (bis zur Fertigstellung der Bikes), die Bezahlung des Insolvenzverwalters sowie der Gerichtskosten und sonstige laufende Ausgaben benötigt, da aktuell kein Cash mehr vorhanden ist. Das überschüssige Geld für die Nachzahlungen kommt anschließend in die Insolvenzmasse.

Laut Insolvenzverwalter müsste man das Bike in der Ausführung bekommen, die man bestellt hat. Also auch mit ABS, wobei er sich nochmal bei Viktor rückversichern wollte. Zur Info: die ABS Homologation steht wohl noch aus und von den breiteren bzw. größeren Reifen für das ABS wusste er nichts.

Falls keiner oder zu wenige die 60% Nachzahlung in Anspruch nehmen sollten, müsste sich der Insolvenzverwalter andere Optionen anschauen, wie zb alle Bikes so wie sie sind im Paket an einen Abnehmer verkaufen, um Insolvenzmasse aufzubauen.

Das Bike, so wie es ist, ohne Akku, einzeln zu bekommen, weil man schon bezahlt hat, ist laut ihm keine Option, weil es eine Bevorteilung gegenüber der anderen Gläubiger wäre.

Es wird wohl nach einem Investor gesucht, der alles übernehmen soll. Wie genau das aussieht konnte er nicht sagen. Ob das klappt natürlich auch nicht.
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