BMS bei Fehler 'wiederbeleben'

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MQI-Berlin
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BMS bei Fehler 'wiederbeleben'

Beitrag von MQI-Berlin »

In der aktuellen Make ist ein Artikel, wie bei einem Solarspeicher, dessen Akkus vollkomme entladen waren, das Flag, welches das BMS setzt uund dass dann ein weiteres verwenden dieses Akkupaks verhindern, doch zurückgesetzt werden kann.

In https://www.heise.de/select/make/2026/5 ... 4276368905
Make 5/2026 S. 50
Gebrickten Solarspeicher wiederbeleben
Ein 2-kWh-Jackery-Heimspeicher war unbrauchbar, nachdem er tiefentladen wurde. Mit einem E-Bike-Ladegerät und einem Debugger für 6 Euro habe ich ihn wiederbelebt. Wie, und was das über die Reparierbarkeit moderner Batteriesysteme verrät, erzähle ich in diesem Artikel.
von Marcus Hansson
Wird das ganze sehr schön beschrieben.

Vielleicht kann das jemand, der die im Artikel beschriebene Hardware hat, das mal überprüfen. Es würde, wenn es ähnlich läuft, doch so manchem Akku-Pack das 'Leben' Retten.
;-)
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didithekid
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Re: BMS bei Fehler 'wiederbeleben'

Beitrag von didithekid »

Hallo,

in der NIU-Rollern sind aber (aus anderen guten Gründen) Li-Ion-Akkuzellen verbaut und keine LiFePO4-Akku-Zellen, wie sie in einem Solar-speicher zum Einsatz kommen.
Beide Akkuarten brauchen ein BMS und beide können auch thermisch Durchgehen , wenn das BMS vor kritischen Zuständen nicht schützt.
Aber die LiFePO4-Zellen sind weit weniger sicherheitskritisch, als die Li-Ion-Mischoxid-Zellen mit ihrem Kobalt-Anteil.
Die BMS in den NIU-Rollern schalten den Akku gewollt vollständig ab, wenn sie Schädigungen vermuten. Im zertifizierten Akku-Service muss dann geprüft werden, ob es tatsächlich Bedingungen gab, die Schädigungen herbeigeführt haben könnten, oder ob der Akku als gefahrlos eingestuft werden und wieder mit einem Trick im BMS reaktiviert werden kann.

Die Li-Ion-Zellen haben leider die Eigenart, bei Tiefentladung Schäden (spikes) zu etwickeln, die zunächst keine Wirkung haben und nicht erkannt werden können. Wird der Akku dann später wieder vollgeladen, kann es durch eine Schädigung (irgendwann) aber zum Kurzschluss der betroffenen Zelle kommen und diese überhitzt, platzt und versprüht auch noch entflammbare Elektrolyt-Flüssigkeit.
So etwas möchte man ja weder in der Wohnung noch in der Garage erleben.
Dass Jemand seinen Roller-Akku per BMS selbst wiederbelebt hat und danach doch nichts passiert ist, bedeutet: der hatte halt Glück bei einer Sache mit Risiko. Auch beim Solar-Speicher-Akku mit LiFePO4-Zellen besteht da ein Rest-Risiko mit einer leienhaften Reaktivierungs-Methode. Deren Chemie ist aber recht träge, dass auch die Schädigungen nicht so schnell entstehen, wenn der spezifizierte Spannungsbereich verlassen wird.

Mein alter Roller von 2011 hatte LiFePO4-Akkuzellen. Die waren zwar recht sicher, machten aber unterhalb 5°C keinerlei Spass und schwer waren sie auch. Die neu verbauten Li-Ion-NCM-Zellen brachten bei gleichem Gewicht viel mehr Reichweite und viel mehr Fahrspass. Aus disem Grund setzt auch NIU auf diese Akku-Technologie.
Meine Motorräder früher, fuhren ja auch immer mit leicht entflammbaren Benzin, statt mit Diesel-Öl, obwohl das natürlich sicherer gewesen wäre, gerade wenn Raucher daneben standen. Aber auch da habe ich die Tanköffnung nie als Aschenbecher angeboten, um kein unnötiges Risiko einzugehen.
Eine tiefentladene-Li-Ion-Zelle würde ich daher auch zur Verwertungsstelle bringen und nicht versuchen sie weiterzunutzen.

Viele Grüße

Didi
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Re: BMS bei Fehler 'wiederbeleben'

Beitrag von tsztsz »

So ein Feuer von einem Akku in der Wohnung. Kein Spass. Wirklich nicht. Kann auch 2 Jahre nach dem "wiederbeleben" aus heiterem himmel.dann geschehen, habe ich aus seriöser Quelle mitbekommen.
MQI-Berlin
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Re: BMS bei Fehler 'wiederbeleben'

Beitrag von MQI-Berlin »

Der Artikel ist nicht als direkt Anleitung, wie man einen (NIU) Akku wiederbeleben kann gedacht, sondern eher als Beschreibung, wie wo was gemacht werden kann.
Natürlich müssen die Roller-Akkus anders betrachtet werden, als so ein Solarakku, nicht nur wegen der anderen Akku-Technologie, aber zum Beispiel diese Situation "totes BMS", bei der dieses keine Strom mehr aus den Akkus an den Roller lässt, könnte hier doch gut beschrieben sein:
Es gibt ein Register, in welches das BMS schreib "Akku tot". Dieses Register wird beim Starten des System ausgelesen und kann nicht so einfach geändert werden.

Im Artikel wird beschrieben, wie man der Firmware des System diese Aufgabe überlässt. Da wird nicht an der Firmware 'gebastelt', sondern durch einen Trick beim abarbeiten der Schritte beim Start ein unsauberes Speichern der Daten vorgespielt.
Hier liest dann die Firmware die Saten neu aus und schreibt sie dann sauber, inklusive neuer Prüfsumme weg.
Jetzt kann das BMS wieder "alle Akkus OK" lesen und normal arbeiten.
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conny-r
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Re: BMS bei Fehler 'wiederbeleben'

Beitrag von conny-r »

Hallo Didi,

Danke für den sehr aufschlußreichen Beitrag.

Wünsche Allen einen schönen Sonntag
Gruß Conny
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