Einen wunderschönen,
Ich habe eine kleine Frage, mein Roller Futura Falcon 3400 Li hat bei den Bremsen vorne ein metallischen surren / schleifen.
Es ist nichts schlimmes an sich, da er ganz normal bremst, da quietscht er auch nicht, aber wenn ich fahre und bei ca. 42-46 km/h hat er dieses schleifen, es ist etwas nervig um ehrlich zu sein, jedenfalls denke ich, dass es die Bremsen vorne sind, da wenn das Geräusch kommt und ich vorne bremse es weg ist. Habe die Bremsen schon entlüftet, die Scheibe hat keine Unwucht und die Beläge habe ich jetzt schon mehrmals abgeschliffen. Was kann es noch sein ?
Danke für alle Antworten.
Bremsen vorne
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RoLe
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Re: Bremsen vorne
Hallo,
der Bremse vorn ist ja auch beim FALCON 3400 mit dem üblichen chinesischen Schwimmsattel ausgerüstet.
Da besteht häufig das Problem, dass nach dem Lösen der Bremse die "Schwimmbewegung" des Sattels nicht in der Position endet,
in der die beiden Bremsbeläge exakt dei gleiche "Abstands-Luft" zur Bremsscheibe bekommen, also die Bremsscheibe genau in der Mitte zwischen ben beiden Belägen hindurchrotieren kann. Die Bremsscheibe ist ja fest am Rad und kann sich nicht Bewegen. Gibt die Hand die Bremse frei fließt Bremsflüssigkeit aus dem Bremszylinder zurück nach oben und der Bremskolben zieht sich etwas in den Bremssattel zurück. Das schafft aber zunächst nur freien Abstand bei dem Bremsbelag, auf den der Kolben vorher gedrückt hat. Aber die Druckkraft ist dann weg und der Schwimmsattel hat nun die Freiheit sich etwas auf den Gleitbolzen (quer) zu bewegen und damit auch dem 2. Bremsbelag auf der anderen Seite eine Bewegung weg von der Scheibe zu erlauben.
Dazu muss aber gutes Gleiten auf den Gletbolzen möglich sein. Oft wird das aber durch Schmutzablagerungen verhindert. Auch fehlendes Schmierfett im gekapselten Bereich um den Gleitbolzen kann die Bewegung verhindern. Zu guter letzt können auch die Gummibälge auf den Gleitbolzen (die nur verhindern sollen das Fett austritt) am Anschlag anliegen und ihrerseits Druckkraft in die falsche Richtung ausüben, dass der Schwimmsattel die optimale Position nicht findet.
Dem letzten Punkt kann man begegnen (und das machen die Chinesen bei den Rollern), indem man Passscheiben in die Verschraubung der Bremsankerplatte (zum Gabelrohr hin) einlegt, um die kräftefreie Ruheposition des Schimmsattels so auszugleichen, dass die Bremsscheibe genau mittig zwischen den Bremsbelägen steht (Mit Belagverschleiß kann sich das aber ändern).
Wenn also Passscheiben in der Verschraubung waren und nach dem Abschrauben des (kompletten) Bremssattels (zur Wartung) lagen die plötzlich auf dem Werstatt-Boden, sollle man die Scheiben (gleich viele an jeder Schraube) besser wieder mit montieren.
Um sich das vorstellen zu können, hier die Grafik von GERD aus dem BMW-(Power-)Boxerforum, wo am Kardan/hinten der gleiche Bremstyp ist:

Was ich mit Gleitbolzen bezeichnet habe, ist hier Führung genannt (dick Lila).
Das sollte nicht verwechselt werden mit den Haltestiften (dünn lila) die die Bremsbeläge gegen Herausfallen sichern.
Auf die Haltestifte kommt i. d. R. Hochtemperatur-Keramik-Paste (wie auf die Rückseiten der Bremsbeläge) damit die extrem heiß werdenden Teile nicht festbacken und auch Quietschen der Bremse verhindert wird. Natürlich kein (!) Fett dort im Heißbereich der Bremse.
Bei der Führung / den Gleitbolzen ist das aber anders. Mit der Abdichtung durch Gummibälge (nicht in der Grafik) kann die Gleitzone (innen) doch gefettet werden (aber nicht zu viel). Hat da aber stattdessen Jemand fälschlich anti-Quietsch-Paste oder Kupferpaste aufgetragen, passiert das Gleiten nicht so, wie es soll und einer der Beläge kann dann an der Scheibe schleifen.
Es bleibt dann beim letzten Bild 4 "Druck (gerade eben) gelöst" aber der Zustand in Bild 1 "frei", oder besser gesagt:" der Schwimmsattel hat sich frei geschwommen" wird nicht wieder erreicht.
Viele Grüße
Didi
der Bremse vorn ist ja auch beim FALCON 3400 mit dem üblichen chinesischen Schwimmsattel ausgerüstet.
Da besteht häufig das Problem, dass nach dem Lösen der Bremse die "Schwimmbewegung" des Sattels nicht in der Position endet,
in der die beiden Bremsbeläge exakt dei gleiche "Abstands-Luft" zur Bremsscheibe bekommen, also die Bremsscheibe genau in der Mitte zwischen ben beiden Belägen hindurchrotieren kann. Die Bremsscheibe ist ja fest am Rad und kann sich nicht Bewegen. Gibt die Hand die Bremse frei fließt Bremsflüssigkeit aus dem Bremszylinder zurück nach oben und der Bremskolben zieht sich etwas in den Bremssattel zurück. Das schafft aber zunächst nur freien Abstand bei dem Bremsbelag, auf den der Kolben vorher gedrückt hat. Aber die Druckkraft ist dann weg und der Schwimmsattel hat nun die Freiheit sich etwas auf den Gleitbolzen (quer) zu bewegen und damit auch dem 2. Bremsbelag auf der anderen Seite eine Bewegung weg von der Scheibe zu erlauben.
Dazu muss aber gutes Gleiten auf den Gletbolzen möglich sein. Oft wird das aber durch Schmutzablagerungen verhindert. Auch fehlendes Schmierfett im gekapselten Bereich um den Gleitbolzen kann die Bewegung verhindern. Zu guter letzt können auch die Gummibälge auf den Gleitbolzen (die nur verhindern sollen das Fett austritt) am Anschlag anliegen und ihrerseits Druckkraft in die falsche Richtung ausüben, dass der Schwimmsattel die optimale Position nicht findet.
Dem letzten Punkt kann man begegnen (und das machen die Chinesen bei den Rollern), indem man Passscheiben in die Verschraubung der Bremsankerplatte (zum Gabelrohr hin) einlegt, um die kräftefreie Ruheposition des Schimmsattels so auszugleichen, dass die Bremsscheibe genau mittig zwischen den Bremsbelägen steht (Mit Belagverschleiß kann sich das aber ändern).
Wenn also Passscheiben in der Verschraubung waren und nach dem Abschrauben des (kompletten) Bremssattels (zur Wartung) lagen die plötzlich auf dem Werstatt-Boden, sollle man die Scheiben (gleich viele an jeder Schraube) besser wieder mit montieren.
Um sich das vorstellen zu können, hier die Grafik von GERD aus dem BMW-(Power-)Boxerforum, wo am Kardan/hinten der gleiche Bremstyp ist:

Was ich mit Gleitbolzen bezeichnet habe, ist hier Führung genannt (dick Lila).
Das sollte nicht verwechselt werden mit den Haltestiften (dünn lila) die die Bremsbeläge gegen Herausfallen sichern.
Auf die Haltestifte kommt i. d. R. Hochtemperatur-Keramik-Paste (wie auf die Rückseiten der Bremsbeläge) damit die extrem heiß werdenden Teile nicht festbacken und auch Quietschen der Bremse verhindert wird. Natürlich kein (!) Fett dort im Heißbereich der Bremse.
Bei der Führung / den Gleitbolzen ist das aber anders. Mit der Abdichtung durch Gummibälge (nicht in der Grafik) kann die Gleitzone (innen) doch gefettet werden (aber nicht zu viel). Hat da aber stattdessen Jemand fälschlich anti-Quietsch-Paste oder Kupferpaste aufgetragen, passiert das Gleiten nicht so, wie es soll und einer der Beläge kann dann an der Scheibe schleifen.
Es bleibt dann beim letzten Bild 4 "Druck (gerade eben) gelöst" aber der Zustand in Bild 1 "frei", oder besser gesagt:" der Schwimmsattel hat sich frei geschwommen" wird nicht wieder erreicht.
Viele Grüße
Didi
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RoLe
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Re: Bremsen vorne
Hi, vielen Dank für diese mega ausführliche Antwort. Echt der Hammer.
Also den Roller habe ich seit letztem Jahr gebraucht gekauft, deswegen habe mal eine kleine Wartung selber gemacht, da es ein elektroroller ist, gibt es ja nicht so viel zum warten. Reifen alle super, Akku genauso aber die Flüssigkeit der bremse würde wohl noch nie getauscht, deswegen wollte ich das mal lieber machen. Beläge der bremse alle auch noch super, nur sauber abgeschliffen und alle Führungen gereinigt und mit Bremsenfett eingeschmiert.
Passscheiben waren da aber keine. Leider ist dieses Geräusch immernoch da, bremsen tut er super, es ist nur sehr nervig. Aber wenn ich im Stand das Rad von Hand bewege, dreht es sauber durch auch kein schleifen zu hören. Muss dann wohl nochmal weiter schauen.
Also den Roller habe ich seit letztem Jahr gebraucht gekauft, deswegen habe mal eine kleine Wartung selber gemacht, da es ein elektroroller ist, gibt es ja nicht so viel zum warten. Reifen alle super, Akku genauso aber die Flüssigkeit der bremse würde wohl noch nie getauscht, deswegen wollte ich das mal lieber machen. Beläge der bremse alle auch noch super, nur sauber abgeschliffen und alle Führungen gereinigt und mit Bremsenfett eingeschmiert.
Passscheiben waren da aber keine. Leider ist dieses Geräusch immernoch da, bremsen tut er super, es ist nur sehr nervig. Aber wenn ich im Stand das Rad von Hand bewege, dreht es sauber durch auch kein schleifen zu hören. Muss dann wohl nochmal weiter schauen.
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RoLe
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Re: Bremsen vorne
Moin, also ich werde wohl diese Scheiben haben. Habe aber auch bemerkt, dass meine Bremsscheibe minimal verzogen ist.
Habe mal versucht Fotos zu machen und meine Künstlerische Ader hervorzuholen
. Sind die Scheiben auf der richtigen Seite oder könnte man die auch in die Mitte legen um den Sattel etwas rüber zu drücken? Es ist die äußere Bremsbacke die wohl bei einer gewissen Geschwindigkeit dieses Geräusch macht.
Wollte erstmal so schauen, bevor ich jetzt wild Teile tausche was vielleicht nicht sein muss.
Habe mal versucht Fotos zu machen und meine Künstlerische Ader hervorzuholen
Wollte erstmal so schauen, bevor ich jetzt wild Teile tausche was vielleicht nicht sein muss.
- rainer*
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Re: Bremsen vorne
Der Halter liegt, so wie es aussieht, vollflächig an dem Blech an, was an das Standrohr der Gabel angeschweißt ist. Wenn Du die Unterlegscheiben dazwischen packst, kann sich diese Halterung um die beiden Schrauben drehen. Bisher wurden die Schrauben nur auf Scherung belastet, nach der Übung zusätzlich auf Biegung - wofür die nicht ausgelegt sind. Auch wenn es möglicherweise hält, würde ich solche Übungen nicht an einer Bremse machen. Auch würde sowas genau dann versagen, wenn Du es am wenigsten gebrauchen kannst - bei einer Vollbremsung. Und die vordere Bremse liefert bei einer Vollbremsung auch noch 80-90% der gesamten Bremswirkung - wenn die wegfällt, hast Du fast nix mehr an Bremsleistung.
Was gegen solches Quietschen auch manchmal hilft ist, die Kanten an den Bremssteinen etwas zu brechen, sie also an einer Schleifscheibe leicht zu entgraten und eine ca. 1mm Fase anzuschleifen.
Was gegen solches Quietschen auch manchmal hilft ist, die Kanten an den Bremssteinen etwas zu brechen, sie also an einer Schleifscheibe leicht zu entgraten und eine ca. 1mm Fase anzuschleifen.
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