[EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

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zock3r1608
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[EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von zock3r1608 »

Ich bin dem Ziel sehr, sehr nahe – aber jetzt brauche ich Support von euch Akkubauern, um endlich Testläufe mit einem echten DIY-Akku an der EVO durchzuführen.

In der Theorie steht einem DIY-Akku an der EVO so gut wie nichts mehr im Weg. Jetzt geht es darum, die graue Theorie in die Praxis umzusetzen, zu lernen und Anpassungen bis zur Serienreife vorzunehmen.

Warum gibt es eigentlich keine fertigen 3rd-Party-Akkus oder Universal-BMS auf Ali & Co. für unsere GT EVO oder GT 100❓

Weil Maßnahmen ergriffen wurden, um genau das zu verhindern. Das simple Repeaten der CAN-Bus-Nachrichten eines oder zweier Akkus bringt gar nichts – egal, was ich probiert habe. Denn ich hatte den entscheidenden Punkt bzw. die entscheidenden Punkte übersehen.

🔐 Bevor die ECU die Statusnachrichten der Akkus akzeptiert und verarbeitet, läuft für jeden Akku ein kryptografischer Handshake – und der wird regelmäßig wiederholt. Bleibt diese Challenge/Response aus, werden die Statusnachrichten ignoriert und der Akku meldet sich ab.

Es gibt mehrere Wege, das zu umgehen. Ins Detail möchte ich bewusst nicht gehen: Alle Roller sind updatefähig, und wenn NIU das nicht duldet, lässt sich das ganz einfach und ohne Vorankündigung wieder rauspatchen.

✅ Stand heute: Ich kann mich gegenüber der ECU als legitimer Akku authentifizieren, meine Statusnachrichten werden anerkannt. Außerdem habe ich herausgefunden, wie die Drosselung funktioniert, und kann sie für einen leistungsfähigeren DIY-Akku umgehen – bei weiterhin korrekter SOC-Anzeige.
Die BMSse melden die maximale Leistung in Watt, die sie liefern können und ab 60% wird bei jedem Prozent 72W abgezogen, dass heißt aber auch im Umkehrschluss, sollte der DIY Akku nicht die volle Leistung abgeben können, können wir permanent eine geringere maximale Leistung senden, sodass dieser nicht überlastet wird oder sogar diesen Wert vom 3rd-Party-BMS beziehen.

📦 Wie die Endlösung aussehen könnte: Open Source wird aus den o. g. Gründen leider nicht funktionieren. Stattdessen hängt man eine „Black Box" an den CAN, verbindet sie ggf. mit dem 3rd-Party-BMS – fertig. Die Idee dahinter: Die Black Box kommuniziert mit gängigen BMS wie Daly, Seplos & Co. per UART oder RS485 und gibt den SOC sowie ggf. weitere Werte (z. B. Spannungen) an den Roller weiter.

Das funktioniert soweit in der Theorie auch – nur habe ich außer den originalen NIU-Akkus nichts, womit ich das Ganze auf Herz und Nieren testen könnte.

🛠️ Deshalb der Aufruf: Wer baut mir einen passenden Test-Akku?

Er darf ruhig den kompletten Bauraum der beiden Original-Akkus ausfüllen und sollte ein kommunikatives BMS besitzen, um den SOC zu übertragen. Perfekt muss er nicht sein – er sollte während der Fahrt nur nicht auseinanderfallen. 😉

Die Eckdaten:

⚡ Nennspannung: 72–80 V
🔌 Dauerstrom: 130–150 A (die Kapazität sollte entsprechend ausgelegt sein, damit er das auch liefern kann)
🧪 Alternative Zellchemie: LFP geht auch – dann braucht es 23 Zellen in Reihe, um z. B. mit dem Originallader kompatibel zu bleiben

💶 Keine Sorge: Ich will den Akku nicht geschenkt haben und gebe ihn nach den Testläufen selbstverständlich auch wieder zurück.

🌡️ Ausblick: Der nächste limitierende Faktor, der die Leistung höchstwahrscheinlich drosseln wird, ist die Temperatur der FOC. Schon bei kurzen Fahrten mit 70–80 km/h und 23–24 °C Außentemperatur erreicht die recht schnell 80°C und mehr.
NeariX
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von NeariX »

Moin,

ich bin sowohl im Akkubau-Thema drin, als auch bei dem ganzen SmartBMS Protokollen (aktuell JBD, Daly und JK). Ich bin bereit dir zumindest auf der Softwareseite zu helfen.
Bezüglich des Akku lese ich das so, dass du den Akku ja garnicht behalten willst. Gegen Bezahlung der Selbstkosten und ein bisschen Trinkgeld würde ich dir einen Akku bauen den du behältst, aber da ich selber keinen Nutzen für den Akku hätte, wäre das für mich sonst sinnfrei.

Aber da ich plane den 3. Akku meines zukünftigen NQIX 500 selber zu bauen, wäre ich selber dazu bereit das Projekt parallel dazu anzugehen.
zock3r1608
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von zock3r1608 »

Heyho, also entweder oder, hab ich bisschen blöd formuliert.

Mach mir gerne ein Angebot, vermute du brauchst die Maße was maximal unter den Sitz geht, da du eine NQiX fährst?
NeariX
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von NeariX »

Korrekt. Maße brauch ich, inklusive Position des Kabelausgangs / Anschluss. Bei den Maßen lieber ein paar Millimeter abziehen und notfalls mit Schaumstoff füllen als sich danach dann zu ärgern das der Akku nicht passt :?

Ggf. auch ein Budget für alles oder sag mir ob ich die billigsten Zellen nehmen soll die ich finden kann oder dann doch lieber gleich was "ordentliches".
josch91
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von josch91 »

Kosten/Nutzen wäre 20s20p mit Samsung 35E Zellen ideal. 150A schaffen die Zellen auch (7,5A/Zelle). Einkaufspreis der Zelle liegt aktuell knapp über 2€.
Die originalen Akkus haben 20s10p (2600mAh Zellen), von Platz also kein Problem.

Ich wäre auch bereit den Akku zu finanzieren, wenn er am Ende des Tests bei mir auftaucht.
zock3r1608
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von zock3r1608 »

Huch jetzt ist es weiter gegangen und ich habs nicht mitbekommen, Thread ist nun abbonniert.

Jetzt habe ich ganz vergessen Maß zu nehmen!

Ich war noch mit dem letzten Feinschliff und Praxistest des Simulators zugange, und oh mann, war härter als gedacht, aber nun läuft es endlich.

An den CAN anschließen alleine reicht, wie vermutet, nicht. Ihr kennt das Roller ist an und zieht ein Akku nach dem anderen ab und paar Sekunden geht der aus, sogar der Abschalt-Ton wird unterbrochen.

Die ECU geht knallhart in einen Deep Sleep Modus alle PINs werden abgeschaltet (bis auf Akku Sense), sogar der CAN Bus ist komplett tot und nichts kann sie vermeintlich wecken, nichtmal mein Simulator.
Die Akkudetect Pins einfach auf Masse ziehen weit weit gefehlt, die nutzt zwar kein ADC zur Erkennung von Spannungspegel, hat aber Spannungsteiler auf der Rückleitung vom Akku auf zwei Digitaleingänge, die in einer bestimmten Reihenfolge getriggert werden müssen.

Dann kommt die überhaupt mal zum Leben und checkt dann die Akkus. Der Handshake hatte ich schon nachgestellt und anhand Aufnahmen verifiziert, nur das Problem war, die ECU frägt garnicht nach einem Handshake und der CAN wachte immer wieder nervös auf.
Irgendwas passte dem nicht, bis ich dann herausgefunden habe, dass der Akku sich melden muss und sagt "Bin Da, lass Handshake" machen und das aufwachen der ECU war immer "Hey Akku da bist du ja...", "Hey Akku da bist du ja..."... ich war verwirrt weil, warum geht es denn nicht weiter.....

Gut nun ich habs herausgefunden und nachimplementiert, jetzt klappt alles.
Die EVO bzw. dessen ECU finally ..nimmt meine Fake Akkus an und sendet auch korrekt die Leistungsbegrenzung an die FOC. Ich kann jetzt auch mit dem Funkschlüssel mein viertel Roller auf dem Boden einschalten und Dashboard meldet ebenfalls den Fake Batteriestand.

So was noch offen ist, ist die Einschlafprozedur.... das klappt noch nicht, es wird eine Sequence abgefahren die ungefähr so aussieht, Batterie B schalte Ausgang ab, Batterie A schalte Ausgang ab, FOC oder DCDC bist du noch da? Wenn ja Batterie A schalte Ausgang ab.... etc.
Die Batterien quittieren es jeweils und schalten dann ab. Das muss ich noch nach implementieren damit alles schön brav schlafen geht.

Nächstes Problem ist, wenn alles schläft und ich über mein Ladegerät and die komplette EVO die 84V anlege, wacht ein Teil des Rollers auf, woher das kommt habe ich noch nicht herausgefunden, es müssten die Batterien sein, dann wäre es kein Problem mit dem Simulator, wenn die Akkuspannung auf der FOC etc. bleibt.
Die Elektronik der FOC hängt an den geschalteten 12V von der ECU, die auch das BMS speißt.

Junge junge ein China BMS zu kaufen und in einen Akku zu bauen ist eine Sache, aber der Aufwand der nötig ist um dahin zu kommen ist schon heftig.
Diese extrem krasse unnötige Komplexität.... wenn das mal keine Software Bugs gab :lol:
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NeariX
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von NeariX »

Welches BMS hast du da genau? Kann dir bei JBD, Daly und JK helfen was das Protokoll angeht (sofern UART)
zock3r1608
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Re: [EVO/100] Selbstbau/DIY Akku mit SOC-Anzeige und ohne 60% Drosselung

Beitrag von zock3r1608 »

Hi,

ich habe weder einen Akku noch ein BMS. Ich habe schon DALY BMS verbaut für PV Kram (eher weniger zu empfehlen) und portable angelegenheiten.

Daher weiß ich schon etwas darüber wie ich denen die Infos entlocke, was den Roller angeht würde ich per RS485 oder CAN an das BMS rangehen, nicht UART.

Weil das DALY die Akkumasse und Masse vom UART brückt, im Roller ist explitiz + und - von den Fahrakkus galvanisch getrennt vom 12V System und das will ich aufjeden Fall beibehalten.

Den LilyGo T-CAN485 hat eine CAN und RS485 Schnittstelle beide galvanisch getrennt, wenn wir CAN zum DALY nehmen gibts noch den T2CAN von Lilygo die beiden CAN Interfaces sind ebenfalls komplett galvanisch getrennt, sodass es diesbezüglich keine Probleme gibt.

Das auf dem Bild ist ein Kabelbaum der EVO, sowie die ECU und das Dashboard, dazu noch meinen Raspberry als CAN Logger und der T-CAN 485 als Batteriesimulator.

Morgen in der Mittagspause messe ich mal den Akkukasten aus, dann können wir schauen was wir so reinbekommen.

Was für Steckverbinder würdest du bei den Stromstärken empfehlen? Oder statt ein dicker Anschluss + Kabel auch zwei?

Die Original NIU Kabel sind ca. 16mm2 (5 AWG) pro Akku für 65A.
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