Nach knapp 1000 km im Stadt- und Umlandverkehr habe ich nun eine längere Tour gemacht: 400 km an einem Tag und 300 km am nächsten. (Und muss demnächst zurück.)
Ich hatte mir ein Rhinowalk-Packset (Softtaschen) zugelegt, das sehr gut funktioniert hat. Einziges Problem: Mit der Satteltasche hatte ich etwas weniger Platz, um zurückzurutschen. Ich hatte mir zusätzlich ein Gel-Polster auf den Sitz geschnallt. Das ging also insofern alles recht unproblematisch. Ich bin ausschließlich Landstraßen oder Überlandstraßen (nur ganz wenig Autobahn) gefahren.
Abfahrt war um 10 Uhr, Ankunft am ersten Abend um 21:30 Uhr. (Am zweiten Tag 16.00-01.00 Uhr) Die Fahrstrecke betrug am ersten Tag 391 km mit fünf Zwischenstopps am zweiten knapp 300 mit auch 5. Da die Maschine zwischen 20 und 60 % am schnellsten lädt, habe ich mich für eine Strategie mit mehr Stopps, aber kürzerem Aufenthalt entschieden (je ein Kaffee, kurzer Supermarktbesuch o. Ä., Grüße von den schönsten Einkaufszentren Mitteldeutschlands). Ich habe immer CCS geladen. Das war zwar nicht das Billigste, aber immer einfach und praktikabel. Es hat an allen Ladesäulen gut funktioniert und an jeder zweiten Ladesäule wurde ich von interessierten Personen freundlich angesprochen (an einer ländlichen Säule eines Unternehmens hat mir sogar jemand ein kaltes Getränk angeboten, sehr nett).
Probleme
Wie schon anderweitig geschrieben, war das tolle Scharnier der Ladeklappe von Sugarsune (Markenhersteller) gebrochen. Es hakt nun ein bisschen, hält aber noch fest. Ich habe mittlerweile Ersatz (privat besorgt), werde aber noch den Garantiefall durchziehen, damit Honda das hoffentlich verbessert. Es ist nicht schön, aber kein Drama.
- Der Sattel ist sehr hart und mein Hintern ist das nicht gewohnt. Trotz Gelauflage (vielleicht hat sie es verschlimmbessert) halte ich mehr als 250 km am Stück ohne längere Pause eher für eine Qual. Bis dahin geht es, aber ich habe mich alle 60 km auf eine Pause gefreut. Das werde ich noch optimieren. Das kann aber auch dadurch verstärkt worden sein, dass ich durch das Gepäck ein paar Zentimeter weiter vorne sitzen musste und dadurch nicht so gut entspannen konnte. Die Rückfahrt werde ich in dieser Hinsicht anders planen und Touren nun eher mit 150 km fahren, dann eine lange Pause in einer Therme oder Ähnlichem machen und dann weiterfahren.
- Laden: Das Laden hat immer unkompliziert funktioniert, es gab keine größeren Probleme. Ab und zu gab es leichtes Gehakel mit der Ansteckreihenfolge (erst anstecken, dann entsperren oder umgekehrt), was aber nie ein größeres Problem war. Nach dem Laden musste ich sie ab und an nochmal kurz aus- und wieder einschalten, damit das leuchtende Ladesymbol verschwand, aber nichts Wildes. Da es ein sehr heißer Tag war (es war bei der zweiten Etappe heißer als bei der ersten; am ersten Tag hatte es 25 °C, bei der zweiten eher 32–35 °C), hat das Laden etwas gedauert, wenn die Maschine warm war. Sie stand aber auch erst einmal fünf Stunden in der prallen Sonne vor der Abfahrt am zweiten Tag und wurde dann dauerbelastet (fahren, laden, fahren, laden). Dadurch wurde die Leistung reduziert und es dauerte 50 Minuten statt 20 bis 80 %. Als es abends kälter wurde und der Fahrtwind den Akku gekühlt hatte, ging es wieder schneller. Kein großes Problem, man sollte es nur einplanen. Das ist einfach Akkuphysik.
Mein Scheinwerfer scheint andere Autos bei Nacht zu blenden. Ich muss herausfinden, wie man ihn etwas runterstellt.
Das waren jetzt erst einmal die negativen Punkte (es war meine erste längere Motorradtour), aber für mich überwiegt das positive Feedback ganz massiv: Abends lautlos durch eine schöne, kurvenreiche Strecke zu gleiten, das Fahrzeug fährt sich perfekt, es ist grandios. Ich fahre am liebsten 70–90 km/h, da ist der Verbrauch auch überschaubar (bei 75 km/h sind es etwa 7 kWh/100 km, bei 90 km/h dann eher 10–11 kWh/100 km) und abgesehen von meinem Hintern habe ich es sehr genossen. Die Maschine ist nicht richtig auf ganz lange Touren ausgelegt (Sitz etc., das kann eine dezidierte Langtourenmaschine mit Verkleidung und breiterem Sitz ggf. besser), aber für meinen Anwendungsfall ist sie super (so eine Tour mache ich 1–2x im Jahr max. und fahre sonst in der Stadt und im Umland).
Bis auf die Klappe ist die Verarbeitung top und es gab bislang keine weiteren Probleme.
HondaWN7 erFAHRungen
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Re: HondaWN7 erFAHRungen
Das hört sich doch erstmal sehr gut an. Ich hatte, allerdings mit meinem 11PS-Verbrenner, eine 430km-Tour nach Flensburg gemacht und nach über einer Woche wieder zurück. Die Sitzflleischprobleme habe ich da auch, die fingen spätestens nach 40km an. Es gab also eine Menge Zigarillopausen.
Gel-Kissen haben bei mir leider auch nie geholfen, das hatte ich also gleich mal weggelassen.
Aus einem Forum habe ich jetzt den Tipp, mit einer ISO-Matte ein Sitzkissen zu bauen. Das Teil ist heute auf Grundlage einer 2€-Matte fertig gebastelt worden, nur hatte ich bei den Temperaturen noch keine Lust auf Probefahrt. Die erste Sitzprobe ergab jedoch ein angenehmeres Sitzgefühl.
Eventuell wäre das eine preiswerte (aber optisch häßliche) Lösung für Touren.
Gel-Kissen haben bei mir leider auch nie geholfen, das hatte ich also gleich mal weggelassen.
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Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19
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Re: HondaWN7 erFAHRungen
Danke! Super Tipp. Ich denke auch über professionelles Aufpolstern nach, das muss ich mal sehen.... Vielleicht hilft aber schon das weglassen des Sattelgepäcks, so dass ich mehr vor und zurückrutschen kann etwas...
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tsztsz
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Re: HondaWN7 erFAHRungen
So bin die Tour wieder zurück gefahren, habe jetzt ca 2500 km auf der Maschine. Als bester Modus hat sich für mich rausgestellt erstmal volladen, dann ca 100 km fahren (überland) und dann jeweils - und je nach Pausenbedürfnis den Ladesweetspot nutzen und von 10 auf 60 Prozent laden in 20 min. Dann 50 km fahren usw; oder bei längeren Pausen eben auf 90% laden und dann 80 km fahren.
(Wenn man Stadt oder gemütlich fährt geht natürlichn noch mehr). Das hat sich als gute Lösung zwischen Pausenbedarf und effektivem Fahren herausgestellt. Gestern hab ich fast 500 geschafft, mit einer längeren 2,5h pause im Schwimmbar die ich bei der Hitze gebraucht habe (da am AC auf 100% geladen).
Insgesammt sehr zufrieden, das Ding ist ausgereift, macht keine Probleme, und läuft tiptop. Man könnte sich hier oder dort noch ein wenig mehr akku oder Stauraum wünschen - aber ich denke hier ist das Konzept eher auf "nicht alles ausreizen, aber dafür das was man macht richtig solide bauen". Honda halt, und das fetzt.
P.s. mit dem Kabelmitnehmen: zuerst hatte ich AC Ladekabel, Ladeziegel dabei, weil ich sorge hatte Ladesäulen zu finden. DC Laden geht aber so komfortabel, ich denke bei weiteren Touren würde ich in Zukunft das AC Kabel sogar zuhauselassen, ausser ich weiß ich will wirklich direkt am Ziel damit laden. Das man mit DC kein Kabel braucht oder rauskramen muss, ist schon auch sehr bequem.
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Insgesammt sehr zufrieden, das Ding ist ausgereift, macht keine Probleme, und läuft tiptop. Man könnte sich hier oder dort noch ein wenig mehr akku oder Stauraum wünschen - aber ich denke hier ist das Konzept eher auf "nicht alles ausreizen, aber dafür das was man macht richtig solide bauen". Honda halt, und das fetzt.
P.s. mit dem Kabelmitnehmen: zuerst hatte ich AC Ladekabel, Ladeziegel dabei, weil ich sorge hatte Ladesäulen zu finden. DC Laden geht aber so komfortabel, ich denke bei weiteren Touren würde ich in Zukunft das AC Kabel sogar zuhauselassen, ausser ich weiß ich will wirklich direkt am Ziel damit laden. Das man mit DC kein Kabel braucht oder rauskramen muss, ist schon auch sehr bequem.
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Re: HondaWN7 erFAHRungen
Das klingt doch schon mal recht positiv unterm Strich. Eigentlich fehlt doch noch ein fieser Fehler, um schauen zu können, wie Honda den bewältigt.
Aber wahrscheinlich muss man doch mit zuverlässiger Hondatechnik rechnen, und es dauert noch, bis der erste Fahrer mal von einem richtigen Ausfall berichtet. Was ja auch nicht so verkehrt wäre, wenn es mal mit einem E-Zweirad keine schwerwiegenden Probleme gibt.
Für Sattelpolsterungen gibt es wohl am Markt ein paar Spezialisten, die ausgehend vom Bike, Sitzposition, Körpergewicht und Körpergröße, bislang empfundene Druckschmerzen / Blutstauungen usw. recht gut wissen, was im individuellen Fall die beste Lösung wäre. Wenn man die Maschine lange halten will, ist das die schönere Lösung als Isomatten-Sitzkissen.
Aber mit der Frage nach guten Sattlern würde ich in ein Motorradforum gehen, zum Einlesen ist das ergiebiger als unser Elektroforum.
Für Sattelpolsterungen gibt es wohl am Markt ein paar Spezialisten, die ausgehend vom Bike, Sitzposition, Körpergewicht und Körpergröße, bislang empfundene Druckschmerzen / Blutstauungen usw. recht gut wissen, was im individuellen Fall die beste Lösung wäre. Wenn man die Maschine lange halten will, ist das die schönere Lösung als Isomatten-Sitzkissen.
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Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19
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Re: HondaWN7 erFAHRungen
Ich finde auch dass das sehr gut klingt. Für mich perönlich wäre es nichts, weil ich längere Strecken und kürzere Fahrzeiten gewohnt bin und um Strecke zu machen muss es bei mir schon mit 140+km/h vorangehen und ohne Pause. Die Sache mit dem Hintern ist in erster Linie eine Frage der Gewöhnung. Meine erste Tour auf dem Burgman war auch eine Tortur, inzwischen hat sich das vollständig gegeben. Ich erinnere mich, dass das G3 auf meiner Schulter mich beim Bund anfangs fast umgebracht hat, nach 2 Monaten hat man es gar nicht mehr gespürt.
Der Bericht zeigt sehr schön, dass es eben kein generelles Für oder Wider für die eine oder andere Technologie gibt, sondern sie muss einfach zum persönlichen Profil passen.
Vielleicht schafft Honda es ja, den E-Zweirädern zu einem besseren Image zu verhelfen. Das würde der ganzen Szene gut tun.
Der Bericht zeigt sehr schön, dass es eben kein generelles Für oder Wider für die eine oder andere Technologie gibt, sondern sie muss einfach zum persönlichen Profil passen.
Vielleicht schafft Honda es ja, den E-Zweirädern zu einem besseren Image zu verhelfen. Das würde der ganzen Szene gut tun.
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Re: HondaWN7 erFAHRungen
Mein Honda Händler hat wohl auch einen Partner und bietet das Aufpolstern mit dem zusammen an, muss mal beim nächsten Besuch kucken wie das preislich läuft. Ich mache ja auch den Garantiefall für das Scharnier noch, da sehen wir aber wie die sich anstellen in Sachen Abwicklung.
Da mein Honda Händler auch ein renomierter Zero Händler ist und hier einen sehr guten Ruf hat, und der Mechatroniker Elektroningenieur ist, habe ich da keine großen Sorgen, was den Service für ernsthafte Probleme betreffen sollte, aber das sehen wird (hoffentlich nicht)!
(bitte entschuldigt die Rechtschreibfehler in den Posts, hab das unkontrolliert reingehackt
)
Da mein Honda Händler auch ein renomierter Zero Händler ist und hier einen sehr guten Ruf hat, und der Mechatroniker Elektroningenieur ist, habe ich da keine großen Sorgen, was den Service für ernsthafte Probleme betreffen sollte, aber das sehen wird (hoffentlich nicht)!
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