Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Zip
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von Zip »

Kadett 1 hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 09:26 DC Spannung ist bedeutend gefährlicher als AC Spannung! Lese dich mal ein. Wenn ich das beruflich machen sollte würde ich es auch nicht tun wenn ich dazu nicht befugt bin, bzw. wird man bestimmt auch eine entsprechend bessere Bezahlung bekommen bzw. steigert seinen " Marktwert" mit dieser Schulung.

Ich finger auch privat überall dran herum aber ich mach das für mich, das ist ein großer Unterschied.
Habe ich gemacht und mal Google befragt: Was du sagt, stimmt so nicht. Googles KI meint das auch. Aber da ich mich nicht auf KI verlasse, hier noch ein Link, in dem deine Aussage widerlegt wird: <https://www.evo-energie.de/blog-oberhau ... terschiede>

Zitat: "Gefährlichkeit: (AC) ab etwa 50 Volt lebensgefährlich, (DC) ab etwa 120 Volt lebensgefährlich".
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Kadett 1
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von Kadett 1 »

Stichwort Elektrolyse im Körper, ich bin hier raus . Glaub was du möchtest. ;)
STW
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von STW »

Grundsätzlich: nach ISO 6469-3 bzw. ECE-R 100 sind alle HV-Komponenten in orange gekennzeichnet. Ist ein Stecker orange, dann würde ich als KFz-ler auch davon ausgehen, dass dort HV läuft, insbesondere wenn eine TA nicht vorliegt oder nichts anderes aussagt. Man weiß ja nun ohne TA / Kabelplan usw. nicht, ob HV über den gleichen oder einen anderen Stecker reinkommt, an dem 12V rausgeht. Oder ob sich ein Konstrukteur Gedanken gemacht hat, dass in gewissen Fehlersituationen der HV-Strom doch auf dem Stecker landen könnte.
Und HV-Schein gilt ab 60V Gleichspannung / 30V Wechselspannung. Damit wäre dann auch geklärt, ob AC oder DC gefährlicher ist. Und so ein HV-Schein und die jährlich zwingend vorgeschriebenen Unterweisungen sind ein recht teurer Spaß.

Viel größeres Problem ist die Haftungsfrage: ein Mechaniker ohne HV-Schein schraubt daran herum, oder ein Meister ohne HV-Schein nimmt die Arbeit ab, und aus irgendeinem anderen Grund bekommt der Kunde oder sonstwer später an der Kiste einen Stromschlag. Oder die Kiste brennt einfach mal ab. Dann ist Party ...

Und aus all diesen Überlegungen heraus sollte man sich gut überlegen, welche Arbeiten an welchen Komponenten man selbst an seiner Kiste macht und im schlimmsten Fall verantworten kann.

Zurück zum Fall: da wäre ich gelinde gesagt auch sauer auf BMW, insbesondere auf die Werkstatt. Wenn eine Rückrufaktion erfolgt, dann sollte man als Werkstatt bei der Auftragsannahme prüfen, ob man die Arbeiten denn überhaupt durchführen darf, bevor man das Fahrzeug in Kombination mit einem weiteren Auftrag (z.B. Inspektion) entgegen nimmt.
Fehlende Unterlegscheiben an Verkleidungsteilen würde ich recht heftig beanstanden - die hat der Konstrukteuer "aus Gründen" dort vorgesehen. Dass mal gleichartige Schrauben "wandern" ist dagegen normal.
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MEroller
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von MEroller »

Ich musste erst vorletzte Woche die HV2 und 3 Kurse wiederholen, denn inzwischen seien die Zertifikate nur noch 4 Jahre gültig, und ja, eine jährliche Auffrischung braucht es auch.

AC Spannung fuhrwerkt am Herzen rum, mit den üblichen Ausfallmöglichkeiten desselben. Aber dauernde Nulldurchgänge verhindern elektrochemische Veränderungen im Körper.

Ausreichende DC-Stromstärke (>30mA) ist da völlig anders gestrickt: zuerst werden stromdurchflossene Muskeln kontraktiert, d.h.man kann ggf. die stromführenden Teile nicht mehr eigenmächtig loslassen, weshalb immer jemand in voller Schutzkleidung mit einem isolierten Haken bei Fuß stehen muss, um die Hand manuell zu befreien.
Als nächstes kommen Verbrennungen und zerstörte Nerven, und ganz fies, weil nicht offensichtlich, kann es zu Veränderungen in der Blutzusammensetzung kommen, die erst nach 24h oder auch mehr ihre zerstörerische Wirkung entfalten können und zum Tod führen können. Deshalb muss eine mit HV DC in Kontakt gekommene Person mindestens 24h lang unter ärztlicher Aufsicht bleiben, sprich im Krankenhaus.
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Alpenostrand
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von Alpenostrand »

Ich möchte über die Kompetenz der genannten Werkstatt kein Wort verlieren, ich kann nur den Ablauf bei unserem Familien-cEvo LR schildern.

Aktiv beim BMW Partner des geringsten Misstrauens nachgefragt mit der FIN, dieser schaut ins System und sieht den Rückruf. Auch welche Teile er bestellen muss, also ist eine TA eindeutig vorhanden. BMW nennt für die Aktion 1h, dabei hat der Werkstattleiter geschmunzelt. Beim 3. Roller schaffen sie es dann wahrscheinlich in der einen Stunde, aber sicher nicht beim ersten wenn sie sorgfältig arbeiten wollen. Eine GS können sie blind warten, die E-Roller sind doch eher Exoten in der Werkstatt.

Eine Woche später die Rückmeldung, dass die für den Rückruf benötigten Teile eingetroffen sind und ein Termin vereinbart werden kann. So einfach kann es sein, wenn man eine kompetente Werkstatt hat (nein, es ist nicht die NL in Wien ...).
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von Zip »

Hi Alpenostrand,

wegen vorangegangener Inspektionen bei dieser BMW Werktatt, war mein Cevo auch schon in deren System und sprachen den Rückruf sofort an. Termin konnte, wie beschrieben, sofort festgelegt werden.

Daraus schließe ich, dass die BMW AG in ihrer TA tatsächlich nicht angegeben hat (das sprach der Serviceberater ja an), dass ein "Hochvolttechniker" erforderlich ist, oder die BMW Werkstatt meines Vertrauens hat die TA einfach vorher nicht gelesen.

Ist "deine" denn eine große Werkstatt oder weißt du zufällig, ob die "Hochvolttechniker" vorrätig haben?
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von Zip »

MEroller hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 17:31 Deshalb muss eine mit HV DC in Kontakt gekommene Person mindestens 24h lang unter ärztlicher Aufsicht bleiben, sprich im Krankenhaus.
Nun, dann muss ich mal ein paar Fragen stellen, weil ich es einfach nicht weiß und mir die Sicherheit eines HV- wie den eines Schuko-Steckers vorstelle: Ist es denn so dermaßen unsicher, einen orangenen Stecker abzuziehen, und besteht da gleich Berührungs- und Stromschlaggefahr? Reicht es vielleicht, sich ein paar Hochvolthandschuhe anzuziehen, um sich zu schützen?
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von MEroller »

HV-Handschuhe sind nie ein Fehler, wenn man orange Steckverbindungen trennt oder verbindet. Auch wenn die an sich eigensicher ausgelegt sind und gegenüber Fingern Berührschutz gegeben ist.

Dass von Betrieben selbst für Radwechsel oder Bremsenservice eine Elektrofachkraft (muss dazu ernannt werden) und mindestens HV2 Zertifikate bei den Mitarbeitern gefordert werden, ist der zuständigen Berufsgenossenschaft als Versicherer zu verdanken :(
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von Zip »

MEroller hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 20:27 Dass von Betrieben selbst für Radwechsel oder Bremsenservice eine Elektrofachkraft (muss dazu ernannt werden) und mindestens HV2 Zertifikate bei den Mitarbeitern gefordert werden, ist der zuständigen Berufsgenossenschaft als Versicherer zu verdanken :(
Danke!
Das ist ein Scherz, oder? Arbeitsplatzsicherheit halte ich für sehr wichtig, aber auch noch die letzte Banalität durch solche Vorgaben sicherer machen zu wollen, das klingt für mich völlig absurd und eher nach Bürokratie. :shock:

Weißt du zufällig welchen sinnvollen Hintergrund solch eine Vorschrift haben könnte?
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Re: Rückruf C Evolution Korrosion am Kabelbaum

Beitrag von STW »

Zip hat geschrieben: Mi 5. Aug 2026, 08:44 ...
Weißt du zufällig welchen sinnvollen Hintergrund solch eine Vorschrift haben könnte?
Ob sinnvoll sei mal dahingestellt ...

Stell Dir vor, Du bist Mechaniker, sollst einfach nur einen Reifenwechsel machen, siehst da in der Nähe ein blankgescheuertes Kabel mit den Resten einer orangen Isolierung, und willst das mal eben beiseite drücken ...
Nun leben wir in einem Land, wo wir uns überregulieren, da sind wir nicht weit weg von den USA, wo man als Kunde auch nicht weiß, dass der Kaffee heiß ist und das Gemächt verbrüht, wenn man ihn darüberschüttet. Als Konsequenz verlorener Prozesse steht da jetzt auf den Kaffeebecher ein Warnhinweis. Man traut den Leuten keinen gesunden Menschenverstand mehr zu, oder möchte nicht akuzeptieren, dass der am wenigsten Blöde am längsten überlebt, und dass Eigenverantwortung etwas Gutes ist. Der Mechaniker in dem Fall macht vielleicht Aua, dann fragt der Anwalt, ob er denn überhaupt wissen konnte, dass da Strom sein kann, und wenn ihm das niemand gesagt hat, ist sein Meister haftungs- und strafrechtlich dran. Mit Glück findet der eine Ausrede, und er kann die Haftung weiterschieben, an den Werkstattbesitzer, und der an den Autohersteller, und der ...
Irgendwo gibt es dann einen in der Kette, bei dem Haftung kleben bleiben würde. Also muss eine Lösung her: wenn denn der Mechaniker eingewiesen wäre, so richtig mit Zertifikat und so, dann läge die Haftung wieder ganz unten beim Mechaniker, oder beim Zertifikatsgeber. Der also ist bemüht, sich selbst abzusichern, und dann heißt es: lieber zu viele Kurse vorschreiben als zu wenig.
Das Bemühen aller zielt also darauf ab, dass der Mechaniker selbst schuld ist, wenn es ihn am blanken Kabel erwischt - also auf gut deutsch: der hat ein Zertifikat, packt trotzdem dran, also ist er ein zertifizierter Idiot, der selbst schuld hat. Und zwar akten- und gerichtsfest. Wer an einem blanken Kabel an einem Auto umgrapscht, von dem er nicht weiß, wie der Antrieb konzipiert ist, wäre aus meiner Sicht ein Fall für die Darwin-Awards, aber bei unserer Rechtslage ist er ein zu schützendes Opfer.

In manchen Betrieben ( bei uns auch) sind jährliche Arbeitsschutzunterweisungen, Brandschutzunterweisungen, ... zwingend vorgeschrieben. Ich erkläre meinen Mitarbeitern einmal im Jahr, dass blanke Kabel gefährlich sind, Leitern auch, und was man tut wenn es brennt, und lasse mir per Unterschrift bestätigen, dass sie dabei waren. Es gehen dabei 40 Arbeitsstunden drauf - mittlerweile habe ich gelernt, dass deren Unterschrift auf dem Belehrungszettel ausreicht, um mich aus der Schusslinie zu bringen, von daher läuft das jetzt pragmatisch ab. Die wissen, weil ich da offen und ehrlich bin, dass das ganze Bohai nur dazu dient, dass die Haftungsfrage an ihnen kleben bleibt, ob mit oder ohne Brandschutzunterweisung.
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