Zumindest der TRACO zieht im Leerlauf nur einstellige mA-Werte.
Ja, die Verlustleistung wird geringer, bleibt aber bis zur möglichen Tiefentladung der Zellen noch viel zu hoch.
Ich habe den Beitrag eben hierher verschoben, weil ich ihn im Nachgang hier passender finde, und ein bisschen relatitiviert.
OK, ich muss das vielleicht mal ein bisschen näher erläutern.
Ich habe den Wandler inzwischen geöffnet und auf der schmalen Seite so gut es ging von der Vergussmasse befreit, aber vorher beim Entfernen des Gehäuses blöderweise genau den Baustein angeschliffen, der sich im Wärmebild bei Sekundäreinspeisung mit dem Labornetzteil als Hitzkopf herausstellt. In der Bauform kann es sich um eine Spule, eine (Shottky)Diode, aber kaum um einen Kondensator (MLCC) handeln.
Auf jeden Fall wird (nur) dieses Bauteil heiß.
Das Brandrisiko ist vielleicht nicht so akut wie man befürchten möchte. Eher sollte sich der Baustein selbst zerlegen, ohne dass er wirklich nach außen flammt,
wie es hier passiert ist. Auch der Kram rundrum auf dem BMS, auf der Nicht-Akku-Zellen-Seite (dort befinden sich aber auch keinerlei Bauteile), kann eigentlich nicht so schnell anfangen zu brennen.
Aber heiß kann es schon werden. Milchmädchenrechnung: der Wandler liefert 12 Volt bei 0,5 Ampere = 6 Watt an einen externen Verbraucher (hier wäre es das Astra, das mit Maximalstrom seinen Pufferakku lädt), verbrät dabei rund 1 Watt Verlustleistung selbst, harmlos. Wenn nun aber der Verbraucher selbst im Wandler sitzt, wird es übler. Im Fall von 1 Ohm und 1 Ampere wären es 1 Watt, dazu die Verlustleistung von 1 Watt für die Wandlung: Mein Messwert. Ist der Kurzschluss aber hochohmiger, nehmen wir den worstcase 12 Ohm, würde der Wandler mit 12 Watt + Wandlerverluste, also >13 Watt verkochen müssen - viel zu viel für dieses kleine Gehäuse, aber noch weit davon entfernt, die Sicherung zu werfen. Ich vermute daher, dass hier ein anderer Defekt vorliegt.
Die kleinen braunen Dinger sind Keramikkondensatoren, auf der Rückseite vermute ich größere, die MultiLayerCeramicCapacitors (MLCC) gestatten mittlerweile locker über 10 µF in wenigen Kubikmillimetern - Elektrolytkondensatoren gleicher Kapazität und Spannung sind locker das 10-fache voluminöser. Leider neigen die Dinger dazu, bei kleinsten Überspannungen (hier reichen statische Ladungen aus Reibung an Kleidung) intern durchzuschlagen und dabei zu "verklumpen", was einen dauerhaften Kurzschluss auslöst. Auch das Tagfahrlicht, was ich neulich repariert hatte, ist wegen genau so einem Bauteil kaputt gewesen. Liegt so ein MLCC hier primärseitig, also vor dem internen Übertrager, auf Akkuspannungsebene und geht dann durch, dann reißt das locker die Sicherung des BMS, was am Ende kurzzeitig spektakulärer ist, aber nicht annähernd so gefährlich wie eine schleichende Überhitzung.
Genau betrachtet, ähneln sich die Oszi-Bilder doch nur entfernt. Das aus dem Wiki ist von meinem Akkudefekt damals, es hat eine Gleichspannungskomponente, die viele hier bei ähnlichem Defekt auch gemessen haben: 30-40 mV. Das könnte wirklich ein kurzgeschlossener MLCC sein. Bei diesen Wandler hier ist der Ausgang nullsymmetrisch, als würde keine Gleichrichtung stattfinden. Bei einem Sperrwandler liegen Ausgangswicklung und eine Gleichrichterdiode parallel, die die negativen Halbwellen kurzschließt (die Wandler sind so konstruiert). Findet keine Gleichrichtung mehr statt, dann liegt am Ausgang eine hochfrequente Wechselspannung (bei diesen Wandlern um die 200 kHz), die hier aber durch den "Kurzschluss" auf wenige zig mV begrenzt wird.
Sterbende Shottkys an dieser Stelle sind bei Schaltnetzteilen ein Klassiker, ich erinnere mich u.a. an Netzteile von HP-Druckern und Fernseher.
Wie auch immer: Wenn die Wandler einen Defekt zeigen, kann das eine Gefahr darstellen. Ein Akkubrandrisiko mag ich deswegen aber nicht sehen.