Guten Abend alle miteinander!
Hier kommt jetzt eine Zusammenfassung meines ungemein aufschlussreichen, halbstündigen Telefonats dieser Tage mit dem absoluten Silence-Könner Herrn N. vom X-Xrive-XenXer aus der Bundeshauptstadt (ich darf keine Schleichwerbung betreiben, daher die ausgelassenen Buchstaben).
Ich zähle kurz auf:
- mein Mó Bj 2020 ist die sogenannte Motorversion V3 (Sevcon-Controller). Nachfolger ist V4 (Votol).
- bei V3 sind Probleme mit den hinteren Radlagern herstellerseitig bekannt und die Lager wurden daher bei V4 modifiziert (gekapselte Lager)
- Wechseln der hinteren Radlager des Mó (S01) V3 in Eigenarbeit so gut wie unmöglich, dazu komplette Zerlegung des Motors erforderlich
- die Berliner Werkstatt baut bei solchen Lagerwechseln generell nur noch INOX-Lager ein (rostfrei), sonst ist nach 2 Jahren der gleiche Salat am Dampfen
- tatsächlich muss der Encoder auf der nicht-Bremsseite ausgelötet werden, der unter dem kleinen Deckel in der Radmitte (V3)
- konstruktionsbedingt sind die hinteren Radlager bei V3 sehr der Feuchtigkeit ausgesetzt, gerade Ganzjahresfahrer wie ich davon betroffen (z.B. steht der Roller auf dem Seitenständer=durch die Schräglage läuft Regenwasser ins bremsseitige Lager ein)
- nach Trennen des Motors vom Controller MUSS der Motor bei Wiederanschluss neu kalibriert werden wozu das IXXAT-Kabel samt Software vonnöten ist die noch nicht mal jede Seat-Werkstatt hat
- allerdings Umrüstung von V3 auf V4 möglich, bedeutet neuer Motor und neuer Controller (gesamt oberhalb 1200€ plus Arbeitskosten...)
- gleich mal checken bei euch allen: im ungünstigsten Falle ist, auch dies konstruktionsbedingt, die hintere Bremsscheibe aufgrund von sehr warm gewordenem Motor, verzogen. D.h. sie "eiert". Wenn man den Roller auf dem Hauptständer stehend beschleunigt kann man sehen ob dem so ist. Wenn ja dann ist Motortausch die Folge da die Bremsscheibenaufnahme am Motor angegossen ist und es keine separate Ersatzteillösung gibt.
- ja, "meine" Bremsscheibe hat einen Versatz (Eiern) von seitwärts ca. 1 mm.
Somit bin ich zumindest aufgeklärt.
Jetzt wird also meine Mó erstmal in der Garage stehen bis ich einen Transport nach Berlin zustande bringen kann. Den Roller im Ganzen zu reparieren wäre wohl am Schlauesten. Dabei gleich die ölenden Simmerringe der Vordergabel und das bis jetzt noch nicht auffällig gewordene Lenkkopflager, man höre und staune bei 20.000km, prophylaktisch gleich mit erledigen lassen.
Herr N. sagte auch dass es möglich wäre nur meinen bereits ausgebauten Motor hinzuschicken, die dortige Werkstatt erledigt den Lagertausch und schickt den Motor wieder zu mir so dass ich ihn einbauen kann.
Und jetzt der Hammer: das erforderliche Kalibrieren danach kann per Remote-Schaltung übers Internet von Berlin nach Stockholm erledigt werden. Lediglich das Kabel müsste ich mir leihweise mitschicken lassen. Aber sie haben nur ein Kabel in der Werkstatt was sie momentan zur jetzigen Hochsaison nicht entbehren können. Daher wird das Ganze wohl bis Spätherbst/Winter warten müssen.
Also Leute: habt ihr V3 dann seid vorsichtig bei Regen! Nur bei trockenem Wetter fahren, am besten nur in Spanien.
Ich muss mich jetzt nach einer Interimslösung umschauen. Hatte einen Mó von 2022 fabrikneu hier in der Gegend (200km entfernt, für Schweden ein Katzensprung

) in einem Autohaus entdeckt, für ca. 3500 € Euronen umgerechnet. Gutes Angebot, aber durch das fehlende Servicenetz hier in Schweden scheint der S01 eine ungünstige Alternative zu sein. Ich mach ja wirklich alle Reparaturen selbst was eben geht, aber bei diesem Radlagerproblem stosse ich an meine Grenzen. Und jedes Mal den Roller im Handgepäck mit nach Berlin nehmen wenn so etwas auftritt? Hmmm...
In diesem Sinne positiv bleiben: keiner ist gestorben und alle technischen Probleme lassen sich irgendwie lösen.
Eben nur eine Frage des Aufwandes...
Euch allen eine gute Nacht wünscht
freundlichst
Botzino