Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

S01, S02, S03, Mó
Benutzeravatar
didithekid
Beiträge: 7422
Registriert: So 6. Mai 2018, 06:15
Roller: div. L3e-Roller (80-97 km/h), ZERO SR/F
PLZ: 53757
Wohnort: Sankt Augustin - Menden
Tätigkeit: Ingenieur im Staatsdienst
Kontaktdaten:

Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von didithekid »

Falcon hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 17:35 der mensch ist ein virus.
ich bin mir sicher, in 5000 jahren gibt es die menscheit nicht mehr, was ich nicht schade finde.
vg
Na ja, die aktuelle Gattung des Menschen gibt es nunmehr seit etwa 300.000 Jahren und millionen Jahre ältere Viren und auch Naturkatastrophen haben versucht dem Menschen zuzusetzen.
Befragt man aber nun die Menschen einzeln, was sie dabei wiklich schade finden, würde sich wohl eine Mehrheit in ganz anderem Sinne äußern, als falcon dies hier tut.
Dass da Zufriedenheit mit den Selektionsprinzipien der Natur die Mehreitsmeinung darstellen wird, glaube ich aber auch nicht.

Viele Grüße
Didi
__________________________________________________________________________________________________________________________Thunder-Fury100/ MASINI Sportivo S (2010, 2011, 2012) 5kW, Innoscooter EM6000L 5kW (2011), ZERO SR/F 17.3 (2023)
Benutzeravatar
Pfriemler
Moderator
Beiträge: 3053
Registriert: Di 7. Mai 2019, 17:41
Roller: SEAT Mó125 (MJ2021 Votol)
PLZ: 14513
Wohnort: Südrandberlin
Tätigkeit: Tonkünstler
Kontaktdaten:

Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Pfriemler »

Andirel hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 13:37
Pfriemler hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 12:29 @andirel: wir reden hier von einem 125 mit bis zu 100 km/h, kein Fuffi
Ähhh, im ersten Beitrag steht S01 mit 45km/h und 2026! ;)
Steht da, ja, und ging es auch ursprünglich drum.
Wer den Silence kennt, weiß aber, dass bis auf eine geänderte Motorcontrollerprogrammierung und ein kleinerer Motor vermutlich nichts anders an der Sparvariante "Fuffi" gegenüber dem schnellen Original ist. Ich würde unbesehen wetten, Silence macht auch in den Bremsteilen keinen Unterschied. Insofern gelten schon die 125er Betrachtungen...
SuperSoco CUx '19-'21 (36Wh/km in 2000 km), Piaggio Medley 125 '20-'22 (26,6 ml/km in 5000 km). Seat Mó: Bild
Andirel
Beiträge: 241
Registriert: Mi 22. Apr 2026, 15:08
Roller: Super Soco VS1 45er Lastenesel
PLZ: 14169
Wohnort: Berlin
Tätigkeit: Hauswart
Kontaktdaten:

Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Andirel »

Es hat sich ursprünglich nichts geändert!
Es ist auch keine Sparversion.
Es macht schon einen Unterschied ob ich mit einer 45er Bremse oder mit einer 100 km/h Variante!
Somit ist es schlichtweg falsch, hier 125er Betrachtungen einzubeziehen!
Verstehe somit nicht, warum du auf deiner falschen Behauptung bestehst und meinst mich korrigieren zu müssen?

Von deiner Seite betrachtet ist bei einer 125er die Bremse auch nicht bei 2500 km verschlissen...
Beste Grüße, Andreas
STW
Beiträge: 8912
Registriert: So 22. Feb 2009, 11:31
Roller: RGNT Classic NO. 1 SEL
PLZ: 14***
Wohnort: bei Berlin
Kontaktdaten:

Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von STW »

Wenn man auf die Bilder der originalen Silence-Beläge schaut: vorne Sinter, hinten ist wohl organisch, zumindest laut Foto. Damit kann man diese Beläge locker wieder in der Form verbauen, das sind Standardbeläge, die es so z.B. von TRW in jeder Chinarollerwerkstatt auf Vorrat geben sollte - die gibt es sowohl organisch als auch gesintert, wobei gesintert nicht bedeuten muss, dass Keramikanteile drin sind.

Man möge mir verzeihen, wenn ich Diskussionen über den Feinstaub von Bremsbelägen albern finde - Schuhsohlen erzeugen im städtischen Raum zwischen 0.2 - 1.5 Tonnen Feinstaub. Bremsbeläge machen 0.3 - 0.8 Tonnen aus, nur auf stark befahrenen Strecken mit Ampelschaltungen zur Vermiesung des Individualverkehrs, also Stop an Go, sind es denn mal 3 Tonnen. Grüne Welle wäre umweltfreundlicher ...
Reifenabrieb ist noch mehr, 6- 15 Tonnen, und bei den stark befahrenen Strecken 40 Tonnen.
Jetzt kann man gerne noch darüber lamentieren, ob den Mikroplastik, Gummi, Metallpartikel ... angeblich gefährlicher sind. Ich finde, wenn wir das Tragen von Schuhen verbieten würden, oder ausschließlich Holzpantinen erlauben würden, dann hätten wir schon eine Menge erreicht. :D
Und wer es noch nicht gelesen hat: der meiste Feinstaub wird aus dem Umland hereingeweht.
RGNT V2 ab 01/23 > 30000km
NIU NGT ab 06/20 Km-Stand > 36000km, nach Unfall verkauft in 5/23
Niu NPro seit 09/19 Km-Stand > 8000km - Verkauft in 10/22
Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19
Benutzeravatar
Nobelhobel
Beiträge: 253
Registriert: Mo 11. Okt 2021, 17:55
Roller: Seat Mó 125
PLZ: 337**
Tätigkeit: Ing.
Kontaktdaten:

Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Nobelhobel »

scooterq hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 16:24 Das führt mich zur entscheidenden mechanischen Frage an die Experten: Kann man so einen Carbon-Keramik-Hybrid-Belag überhaupt bedenkenlos in die originalen Silence-Bremssättel und auf die Serienscheiben montieren? Oder würde das Material der Scheibe nicht mithalten, sodass man für diese Vorteile (weniger Abrieb, weniger Verschleiß) zwingend auch die Bremssättel und Scheiben auf Brembo-Niveau aufrüsten müsste?
Die kurze Antwort auf deine Frage: Setze dich mit dem Hersteller in Verbindung und lasse dir das Schriftlich bestätigen, wenn die Beläge mit einer normalen Bremsscheibe kompatibel sind. Pauschal kann man das nicht sagen, zum Ausprobieren sind mir die Scheiben zu teuer.
Falcon hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 16:51 was die kaltbremsung angeht, ceramic bremst sich sehr schlecht, und ist ausgelegt auf hitze, deswegen werden die bei rennwagen verbaut, da kann die bremse glühen und trotzdem bremsen sie optimal (die sind auf hitze ausgelegt, deswegen komplettsett aus beläge, scheiben und sättel).
das carbon ist auch "organisch", egal wie, bremsstaub erzeugst du immer, egal welches material.
über diese dinge muß man sich keine gedanken machen.
Ich glaube, hier wird etwas aneinander vorbeigeredet. Es geht hier ja um die Beläge, bei den typischen Keramik-Bremsen, im Rennbereich, spricht man von den Bremsscheiben. Diese sind dann nicht aus Metall um nicht weich zu glühen, wenn sie benutzt werden. Bei den hier vorgestellten Belägen ist die Keramik ja auch bloß eines von vielen Komponenten im Reibbelag. Was mich jetzt bloß interessiert, ist wie sich das auf Dauer mit den Scheiben vertragen würde.
Ich habe (nach 24000 km Mó125) jetzt bald die zweiten Beläge vorne durch, hinten noch die Originalen mit ordentlich restdicke. Hatte mir die organischen Galver bestellt. Diese haben nochmal etwas mehr Bremsleistung entwickelt, als ich einmal eine längere Abfahrt gemacht hatte, und die Reku nicht ausreicht hatte. Sonst fahre ich die Bremsen gerade mal handwarm, man kann also von immer "kalten Bremsen" sprechen. Die Leistung ist wirklich gut.

Zum Thema Feinstaub:
Klar ist in Bremsbelägen einiges drin, was ich weder in der Umwelt noch in der Lunge haben möchte. Die Entwicklung, die Stäube zu reduzieren / unschädlicher zu machen, finde ich richtig.
Ich für meinen Teil priorisiere meine und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer um mich herum höher als den Umweltschutz. Wenn ich Bremsen muss, um keinen Unfall zu bauen, dann soll diese auch optimal funktionieren, und wenn dann Feinstaub entsteht, dann ist das eben so. Normalerweise fahre ich recht vorausschauend und nutze die mechanischen Bremsen nur zum Anhalten, sonst macht das der Motor, ohne zusätzlichen Staub. Auch die Reifen reiben sich ab (auch bei Kurvenfahrt oder auch beim Beschleunigen) und produzieren dabei wieder Feinstaub.
Ich versuche meinen Anteil am Dreck dieser Welt dadurch zu reduzieren, dass ich möglichst nur fahre, wenn ich es auch muss.
Weiß der Teufel, warum einer, der die Wahrheit kennt, nur lügt
Weiß der Teufel, warum einer, der den Schmerz kennt, ihn zufügt
Weiß der Teufel, warum keiner weiß: wir sind vom Tod erwacht
Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht

Verfolgt mich Auf dem Weg zur 100.000
scooterq
Beiträge: 13
Registriert: Mo 30. Mär 2026, 05:16
PLZ: I
Land: anderes Land
Kontaktdaten:

Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von scooterq »

Nobelhobel hat geschrieben: Di 18. Aug 2026, 08:40 Zum Thema Feinstaub:
Klar ist in Bremsbelägen einiges drin, was ich weder in der Umwelt noch in der Lunge haben möchte. Die Entwicklung, die Stäube zu reduzieren / unschädlicher zu machen, finde ich richtig.
Ich für meinen Teil priorisiere meine und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer um mich herum höher als den Umweltschutz. Wenn ich Bremsen muss, um keinen Unfall zu bauen, dann soll diese auch optimal funktionieren, und wenn dann Feinstaub entsteht, dann ist das eben so. Normalerweise fahre ich recht vorausschauend und nutze die mechanischen Bremsen nur zum Anhalten, sonst macht das der Motor, ohne zusätzlichen Staub. Auch die Reifen reiben sich ab (auch bei Kurvenfahrt oder auch beim Beschleunigen) und produzieren dabei wieder Feinstaub.
Ich versuche meinen Anteil am Dreck dieser Welt dadurch zu reduzieren, dass ich möglichst nur fahre, wenn ich es auch muss.
Hallo Nobelhobel, ich verstehe deinen Standpunkt vollkommen – wenn es um eine Notbremsung geht, muss die Bremse einfach funktionieren, da ist mir die Umwelt zumindest in dieser einen Sekunde ebenso egal. Aber genau deshalb glaube ich, dass wir das Thema nicht als unvermeidlichen Kompromiss abtun sollten, sondern als das, was es eigentlich ist: ein ungelöstes Ingenieursproblem, das EV-Innovatoren eigentlich in den Griff bekommen könnten.

Das Problem ist ein massiver regulatorischer Blindfleck: Die aktuellen Vorschriften und Messnetze fokussieren sich auf PM10 und PM2.5. Die Technologie, um die wirklich gefährlichen Ultrafeinstaub-Partikel (UFPs, kleiner als 100 Nanometer / PM0.1) routinemäßig zu messen, ist im Alltag kaum verfügbar. Weil diese Partikel auf dem Papier nicht existieren, ignorieren EV-Innovatoren das Problem geflissentlich und täuschen sich in einer trügerischen „Null-Emissions“-Illusion, nur weil der Auspuff fehlt.

Dieser „unsichtbare“ Staub ist jedoch hochgradig toxisch. Es handelt sich um metallreiche Nanopartikel (Eisen, Kupfer), die tief in die Lungenbläschen eindringen, von dort sogar in den Blutkreislauf und ins Gehirn gelangen können. Die schockierendste Erkenntnis aus aktuellen Studien (z.B. *Particle and Fibre Toxicology* 2025/2026) ist, dass diese Bremsstaub-Nanopartikel im Vergleich zu Dieselabgasen deutlich länger in der Lunge verweilen (ca. 75% bleiben nach 28 Tagen!) und auf zellulärer Ebene sogar stärkere Entzündungen und oxidativen Stress auslösen als Dieselruß. Wenn man das weiß, wird klar: Wir können das nicht als bloßes „Umweltproblem“ abtun, es ist ein direktes Gesundheitsrisiko, das es technisch zu lösen gilt.

Wenn man sich ansieht, was heute schon machbar ist, ist die Lösung gar nicht so fern. Nehmen wir zum Beispiel das UBCO 2x2: Das zeigt, dass sich Elektromotoren problemlos ins Vorderrad integrieren lassen, und das ist bei weitem nicht nur ein Vorteil für Offroad-Fans. Wenn man diesen zweiten Motor gezielt als primäres Bremssystem nutzt, öffnet sich eine ganz neue Welt. Man könnte ein System bauen, das bei leichtem Bremsen rekuperiert, und bei starkem Bremsbedarf den Motor gezielt als hochperformante Bremse einsetzt. Ein solches System könnte über Software ein ABS bzw. EBS darstellen, das herkömmliche hydraulische Systeme in Sachen Traktion und Stoppkraft in den Schatten stellt. Der größte Vorteil: 0% Bremsstaub. Gleichzeitig fällt ein teurer, wartungsintensiver mechanischer Bremssatz weg (Elektromotoren halten ja quasi ein Fahrzeugleben lang), und man gewinnt vollständige softwarebasierte Kontrolle über Traktion und Fahrdynamik – besonders im Regen.

Für all die Roller, die schon auf der Straße sind und keinen Frontmotor haben, bliebe als Übergangslösung vielleicht ein innovativer, kostengünstiger "Hack": Eine Art intelligente, abnehmbare Staubfangeinheit oder Verkleidung am Bremssattel, die die toxischen Nanopartikel direkt am Entstehungsort einfängt und sicher entsorgt werden kann, ohne die Kühlung zu stark zu beeinträchtigen.

Das bringt mich zu einem Punkt, der mich am S01 wirklich nervt: die Umsetzung der Rekuperation. Das System ist für die Stadt völlig suboptimal. Der S01 ist schwer und rollt im "City-Modus" hervorragend frei aus, was extrem energieeffizient ist. Die "Eco"- und "Sport"-Modi hingegen ziehen den Motor sofort beim Loslassen des Gasgriffs stark herunter. Im städtischen Stop-and-Go ist das ein echtes Ärgernis, weil man den Griff wie eine Nadel halten muss, um nicht ruckartig zu bremsen. Im Handbuch steht zwar, dass man die Rekuperation über den Bremshebel aktivieren kann (was logisch wäre: Ausrollen beim Gasgeben, rekuperieren beim Bremsen), aber in der 2026er Werkseinstellung funktioniert das leider gar nicht. Eine echte Integration der Rekuperation in den Bremshebel wäre der perfekte Kompromiss aus Fahrdynamik, Energieerhalt und Schutz der Bremsen vor Verschleiß und Staub.

Um noch mal auf mein ursprüngliches Problem zurückzukommen: Das Quietschen an der Hinterradbremse ist nach ein paar Tagen einfach verschwunden, sie bremst wieder einwandfrei. Da hatte @Eapoe völlig recht mit der Einschätzung, dass das hier ein bekanntes Phänomen ist und nicht zwingend Verschleiß.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen bedanken, die hier mitgedacht haben! Besonders bei @Falcon und @STW für die harte, aber notwendige mechanische Realitätsprüfung (ihr habt mir wahrscheinlich eine teure Bremsscheibe gerettet), bei @Eapoe für die Gold wertigen OEM-Teilenummern und die 16.000 km Erfahrung, und bei @Pfriemler und @Andirel für den Kontext zu den 45er vs. 125er Modellen.

Ich hoffe wirklich, dass die Entwickler bei Silence und anderen Herstellern das Thema Bremsstaub bald ernst nehmen und uns durch smarte Motor-Bremssysteme nicht nur saubere Luft, sondern auch noch bessere Sicherheits- und Traktionssysteme schenken. Bis dahin fahre ich weiter mit den OEM-Klötzen!
Antworten

Zurück zu „Silence / SEAT (Scutum)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Nobelhobel, Pfriemler, wbdz14 und 9 Gäste