Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

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didithekid
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von didithekid »

Falcon hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 17:35 der mensch ist ein virus.
ich bin mir sicher, in 5000 jahren gibt es die menscheit nicht mehr, was ich nicht schade finde.
vg
Na ja, die aktuelle Gattung des Menschen gibt es nunmehr seit etwa 300.000 Jahren und millionen Jahre ältere Viren und auch Naturkatastrophen haben versucht dem Menschen zuzusetzen.
Befragt man aber nun die Menschen einzeln, was sie dabei wiklich schade finden, würde sich wohl eine Mehrheit in ganz anderem Sinne äußern, als falcon dies hier tut.
Dass da Zufriedenheit mit den Selektionsprinzipien der Natur die Mehreitsmeinung darstellen wird, glaube ich aber auch nicht.

Viele Grüße
Didi
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Pfriemler
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Pfriemler »

Andirel hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 13:37
Pfriemler hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 12:29 @andirel: wir reden hier von einem 125 mit bis zu 100 km/h, kein Fuffi
Ähhh, im ersten Beitrag steht S01 mit 45km/h und 2026! ;)
Steht da, ja, und ging es auch ursprünglich drum.
Wer den Silence kennt, weiß aber, dass bis auf eine geänderte Motorcontrollerprogrammierung und ein kleinerer Motor vermutlich nichts anders an der Sparvariante "Fuffi" gegenüber dem schnellen Original ist. Ich würde unbesehen wetten, Silence macht auch in den Bremsteilen keinen Unterschied. Insofern gelten schon die 125er Betrachtungen...
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Andirel »

Es hat sich ursprünglich nichts geändert!
Es ist auch keine Sparversion.
Es macht schon einen Unterschied ob ich mit einer 45er Bremse oder mit einer 100 km/h Variante!
Somit ist es schlichtweg falsch, hier 125er Betrachtungen einzubeziehen!
Verstehe somit nicht, warum du auf deiner falschen Behauptung bestehst und meinst mich korrigieren zu müssen?

Von deiner Seite betrachtet ist bei einer 125er die Bremse auch nicht bei 2500 km verschlissen...
Beste Grüße, Andreas
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von STW »

Wenn man auf die Bilder der originalen Silence-Beläge schaut: vorne Sinter, hinten ist wohl organisch, zumindest laut Foto. Damit kann man diese Beläge locker wieder in der Form verbauen, das sind Standardbeläge, die es so z.B. von TRW in jeder Chinarollerwerkstatt auf Vorrat geben sollte - die gibt es sowohl organisch als auch gesintert, wobei gesintert nicht bedeuten muss, dass Keramikanteile drin sind.

Man möge mir verzeihen, wenn ich Diskussionen über den Feinstaub von Bremsbelägen albern finde - Schuhsohlen erzeugen im städtischen Raum zwischen 0.2 - 1.5 Tonnen Feinstaub. Bremsbeläge machen 0.3 - 0.8 Tonnen aus, nur auf stark befahrenen Strecken mit Ampelschaltungen zur Vermiesung des Individualverkehrs, also Stop an Go, sind es denn mal 3 Tonnen. Grüne Welle wäre umweltfreundlicher ...
Reifenabrieb ist noch mehr, 6- 15 Tonnen, und bei den stark befahrenen Strecken 40 Tonnen.
Jetzt kann man gerne noch darüber lamentieren, ob den Mikroplastik, Gummi, Metallpartikel ... angeblich gefährlicher sind. Ich finde, wenn wir das Tragen von Schuhen verbieten würden, oder ausschließlich Holzpantinen erlauben würden, dann hätten wir schon eine Menge erreicht. :D
Und wer es noch nicht gelesen hat: der meiste Feinstaub wird aus dem Umland hereingeweht.
RGNT V2 ab 01/23 > 30000km
NIU NGT ab 06/20 Km-Stand > 36000km, nach Unfall verkauft in 5/23
Niu NPro seit 09/19 Km-Stand > 8000km - Verkauft in 10/22
Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19
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Nobelhobel
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Nobelhobel »

scooterq hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 16:24 Das führt mich zur entscheidenden mechanischen Frage an die Experten: Kann man so einen Carbon-Keramik-Hybrid-Belag überhaupt bedenkenlos in die originalen Silence-Bremssättel und auf die Serienscheiben montieren? Oder würde das Material der Scheibe nicht mithalten, sodass man für diese Vorteile (weniger Abrieb, weniger Verschleiß) zwingend auch die Bremssättel und Scheiben auf Brembo-Niveau aufrüsten müsste?
Die kurze Antwort auf deine Frage: Setze dich mit dem Hersteller in Verbindung und lasse dir das Schriftlich bestätigen, wenn die Beläge mit einer normalen Bremsscheibe kompatibel sind. Pauschal kann man das nicht sagen, zum Ausprobieren sind mir die Scheiben zu teuer.
Falcon hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 16:51 was die kaltbremsung angeht, ceramic bremst sich sehr schlecht, und ist ausgelegt auf hitze, deswegen werden die bei rennwagen verbaut, da kann die bremse glühen und trotzdem bremsen sie optimal (die sind auf hitze ausgelegt, deswegen komplettsett aus beläge, scheiben und sättel).
das carbon ist auch "organisch", egal wie, bremsstaub erzeugst du immer, egal welches material.
über diese dinge muß man sich keine gedanken machen.
Ich glaube, hier wird etwas aneinander vorbeigeredet. Es geht hier ja um die Beläge, bei den typischen Keramik-Bremsen, im Rennbereich, spricht man von den Bremsscheiben. Diese sind dann nicht aus Metall um nicht weich zu glühen, wenn sie benutzt werden. Bei den hier vorgestellten Belägen ist die Keramik ja auch bloß eines von vielen Komponenten im Reibbelag. Was mich jetzt bloß interessiert, ist wie sich das auf Dauer mit den Scheiben vertragen würde.
Ich habe (nach 24000 km Mó125) jetzt bald die zweiten Beläge vorne durch, hinten noch die Originalen mit ordentlich restdicke. Hatte mir die organischen Galver bestellt. Diese haben nochmal etwas mehr Bremsleistung entwickelt, als ich einmal eine längere Abfahrt gemacht hatte, und die Reku nicht ausreicht hatte. Sonst fahre ich die Bremsen gerade mal handwarm, man kann also von immer "kalten Bremsen" sprechen. Die Leistung ist wirklich gut.

Zum Thema Feinstaub:
Klar ist in Bremsbelägen einiges drin, was ich weder in der Umwelt noch in der Lunge haben möchte. Die Entwicklung, die Stäube zu reduzieren / unschädlicher zu machen, finde ich richtig.
Ich für meinen Teil priorisiere meine und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer um mich herum höher als den Umweltschutz. Wenn ich Bremsen muss, um keinen Unfall zu bauen, dann soll diese auch optimal funktionieren, und wenn dann Feinstaub entsteht, dann ist das eben so. Normalerweise fahre ich recht vorausschauend und nutze die mechanischen Bremsen nur zum Anhalten, sonst macht das der Motor, ohne zusätzlichen Staub. Auch die Reifen reiben sich ab (auch bei Kurvenfahrt oder auch beim Beschleunigen) und produzieren dabei wieder Feinstaub.
Ich versuche meinen Anteil am Dreck dieser Welt dadurch zu reduzieren, dass ich möglichst nur fahre, wenn ich es auch muss.
Weiß der Teufel, warum einer, der die Wahrheit kennt, nur lügt
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von scooterq »

Nobelhobel hat geschrieben: Di 18. Aug 2026, 08:40 Zum Thema Feinstaub:
Klar ist in Bremsbelägen einiges drin, was ich weder in der Umwelt noch in der Lunge haben möchte. Die Entwicklung, die Stäube zu reduzieren / unschädlicher zu machen, finde ich richtig.
Ich für meinen Teil priorisiere meine und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer um mich herum höher als den Umweltschutz. Wenn ich Bremsen muss, um keinen Unfall zu bauen, dann soll diese auch optimal funktionieren, und wenn dann Feinstaub entsteht, dann ist das eben so. Normalerweise fahre ich recht vorausschauend und nutze die mechanischen Bremsen nur zum Anhalten, sonst macht das der Motor, ohne zusätzlichen Staub. Auch die Reifen reiben sich ab (auch bei Kurvenfahrt oder auch beim Beschleunigen) und produzieren dabei wieder Feinstaub.
Ich versuche meinen Anteil am Dreck dieser Welt dadurch zu reduzieren, dass ich möglichst nur fahre, wenn ich es auch muss.
Hallo Nobelhobel, ich verstehe deinen Standpunkt vollkommen – wenn es um eine Notbremsung geht, muss die Bremse einfach funktionieren, da ist mir die Umwelt zumindest in dieser einen Sekunde ebenso egal. Aber genau deshalb glaube ich, dass wir das Thema nicht als unvermeidlichen Kompromiss abtun sollten, sondern als das, was es eigentlich ist: ein ungelöstes Ingenieursproblem, das EV-Innovatoren eigentlich in den Griff bekommen könnten.

Das Problem ist ein massiver regulatorischer Blindfleck: Die aktuellen Vorschriften und Messnetze fokussieren sich auf PM10 und PM2.5. Die Technologie, um die wirklich gefährlichen Ultrafeinstaub-Partikel (UFPs, kleiner als 100 Nanometer / PM0.1) routinemäßig zu messen, ist im Alltag kaum verfügbar. Weil diese Partikel auf dem Papier nicht existieren, ignorieren EV-Innovatoren das Problem geflissentlich und täuschen sich in einer trügerischen „Null-Emissions“-Illusion, nur weil der Auspuff fehlt.

Dieser „unsichtbare“ Staub ist jedoch hochgradig toxisch. Es handelt sich um metallreiche Nanopartikel (Eisen, Kupfer), die tief in die Lungenbläschen eindringen, von dort sogar in den Blutkreislauf und ins Gehirn gelangen können. Die schockierendste Erkenntnis aus aktuellen Studien (z.B. *Particle and Fibre Toxicology* 2025/2026) ist, dass diese Bremsstaub-Nanopartikel im Vergleich zu Dieselabgasen deutlich länger in der Lunge verweilen (ca. 75% bleiben nach 28 Tagen!) und auf zellulärer Ebene sogar stärkere Entzündungen und oxidativen Stress auslösen als Dieselruß. Wenn man das weiß, wird klar: Wir können das nicht als bloßes „Umweltproblem“ abtun, es ist ein direktes Gesundheitsrisiko, das es technisch zu lösen gilt.

Wenn man sich ansieht, was heute schon machbar ist, ist die Lösung gar nicht so fern. Nehmen wir zum Beispiel das UBCO 2x2: Das zeigt, dass sich Elektromotoren problemlos ins Vorderrad integrieren lassen, und das ist bei weitem nicht nur ein Vorteil für Offroad-Fans. Wenn man diesen zweiten Motor gezielt als primäres Bremssystem nutzt, öffnet sich eine ganz neue Welt. Man könnte ein System bauen, das bei leichtem Bremsen rekuperiert, und bei starkem Bremsbedarf den Motor gezielt als hochperformante Bremse einsetzt. Ein solches System könnte über Software ein ABS bzw. EBS darstellen, das herkömmliche hydraulische Systeme in Sachen Traktion und Stoppkraft in den Schatten stellt. Der größte Vorteil: 0% Bremsstaub. Gleichzeitig fällt ein teurer, wartungsintensiver mechanischer Bremssatz weg (Elektromotoren halten ja quasi ein Fahrzeugleben lang), und man gewinnt vollständige softwarebasierte Kontrolle über Traktion und Fahrdynamik – besonders im Regen.

Für all die Roller, die schon auf der Straße sind und keinen Frontmotor haben, bliebe als Übergangslösung vielleicht ein innovativer, kostengünstiger "Hack": Eine Art intelligente, abnehmbare Staubfangeinheit oder Verkleidung am Bremssattel, die die toxischen Nanopartikel direkt am Entstehungsort einfängt und sicher entsorgt werden kann, ohne die Kühlung zu stark zu beeinträchtigen.

Das bringt mich zu einem Punkt, der mich am S01 wirklich nervt: die Umsetzung der Rekuperation. Das System ist für die Stadt völlig suboptimal. Der S01 ist schwer und rollt im "City-Modus" hervorragend frei aus, was extrem energieeffizient ist. Die "Eco"- und "Sport"-Modi hingegen ziehen den Motor sofort beim Loslassen des Gasgriffs stark herunter. Im städtischen Stop-and-Go ist das ein echtes Ärgernis, weil man den Griff wie eine Nadel halten muss, um nicht ruckartig zu bremsen. Im Handbuch steht zwar, dass man die Rekuperation über den Bremshebel aktivieren kann (was logisch wäre: Ausrollen beim Gasgeben, rekuperieren beim Bremsen), aber in der 2026er Werkseinstellung funktioniert das leider gar nicht. Eine echte Integration der Rekuperation in den Bremshebel wäre der perfekte Kompromiss aus Fahrdynamik, Energieerhalt und Schutz der Bremsen vor Verschleiß und Staub.

Um noch mal auf mein ursprüngliches Problem zurückzukommen: Das Quietschen an der Hinterradbremse ist nach ein paar Tagen einfach verschwunden, sie bremst wieder einwandfrei. Da hatte @Eapoe völlig recht mit der Einschätzung, dass das hier ein bekanntes Phänomen ist und nicht zwingend Verschleiß.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen bedanken, die hier mitgedacht haben! Besonders bei @Falcon und @STW für die harte, aber notwendige mechanische Realitätsprüfung (ihr habt mir wahrscheinlich eine teure Bremsscheibe gerettet), bei @Eapoe für die Gold wertigen OEM-Teilenummern und die 16.000 km Erfahrung, und bei @Pfriemler und @Andirel für den Kontext zu den 45er vs. 125er Modellen.

Ich hoffe wirklich, dass die Entwickler bei Silence und anderen Herstellern das Thema Bremsstaub bald ernst nehmen und uns durch smarte Motor-Bremssysteme nicht nur saubere Luft, sondern auch noch bessere Sicherheits- und Traktionssysteme schenken. Bis dahin fahre ich weiter mit den OEM-Klötzen!
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Wizzibizzi »

scooterq hat geschrieben: Mo 17. Aug 2026, 17:10 Dass das Thema Feinstaub bei kleinen Fahrzeugen früher als irrelevant abgetan wurde, verstehe ich vollkommen. Aber wenn man sich die aktuellen Forschungen zu Emissionsquellen von E-Fahrzeugen ansieht, ändert sich die Perspektive deutlich. Wir kaufen E-Roller ja genau wegen der Umwelt, aber dabei übersehen wir oft, dass Bremsstaub mittlerweile zur giftigsten Emissionsquelle geworden ist – das System bremst sich gewissermaßen zu Tode.
...echt jetzt?! Gerade bei E-Fahrzeugen wird so ein Thema so groß aufgeblasen? Ganz ehrlich: Dazu wird doch jedes Mal eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Erst war es Verbrenner-Feinstaub - und dann belegt ausgerechnet die Corona-Zeit, dass mit weniger Verkehr teilweise mehr Feinstaub gemessen wurde. Das wurde also "langweilig" und unglaubwürdig, daher musste jetzt Reifenabrieb herhalten. Und auch das scheint nicht so richtig zu greifen, deshalb jetzt Bremsstaub.

Gerade bei E-Fahrzeugen, deren Bremsen eher kaputt gehen weil sie eben viel seltener genutzt werden, soll also jetzt Bremsstaub ein Thema sein? Und das in Städten, wo man ohnehin kaum noch mehr als 30km/h fahren darf, und von dieser "Irrsinnsgeschwindigkeit" dann mit so viel Bremsstaub abbremsen muss dass alle Menschen am Straßenrand sofort kontaminiert sind? Tut mir leid - das ist in meinen Augen einfach nur lächerlich.

Auf meinem E-Roller rekuperiere ich zu 90% und nutze die Bremse für die restlichen 10%. Dem schreibe ich nahezu Null "Bremsstaub-Emissionen" zu. Ähnlich verhält es sich übrigens bei meinem E-Auto. Abstrus, daraus einen "Umweltfaktor" konstruieren zu wollen, mit aller Gewalt. Für mich einfach Nonsens.

Gruß, Wizzibizzi
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Falcon »

apropos feinstaub sorgen ;)

:lol: :lol:


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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von scooterq »

Hallo Whizzibizzi,

danke für die klare Gegenposition – ein Innovationsvorschlag muss solche Einwände aushalten können. Und du lieferst dabei, vermutlich unbeabsichtigt, selbst das stärkste Argument:
Wizzibizzi hat geschrieben: Di 25. Aug 2026, 15:47Gerade bei E-Fahrzeugen, deren Bremsen eher kaputt gehen weil sie eben viel seltener genutzt werden...
Da hast du völlig recht. Ein Bauteil, das verrostet, weil es kaum benutzt wird, ist kein natives E-Fahrzeug-Element, sondern ein ererbtes Zusatzteil aus einer anderen Antriebsära. Und dein 90-%-Rekuperationsstil zeigt außerdem, wohin die Reise eigentlich geht. Wir unterscheiden uns also nicht im Ziel, sondern nur in der Frage, ob dieser Zustand persönliche Disziplin bleiben soll – oder der technische Standard für alle wird. Denn die Durchschnittsflotte ist nicht wie du unterwegs: Notbremsungen, Nässe, unterschiedliche Fahrer – und bei meinem S01 fehlt sogar die Bremshebel-Rekuperation in der Werksabstimmung.

Warum Zahlen summieren

Zum „Sau-durchs-Dorf"-Eindruck: Ich lese die Entwicklung nicht als Themenwechsel, sondern als Fortschritt der Messtechnik. Als die Abgasquellen schrumpften – und Corona zeigte es eindrucksvoll: Stickoxide fielen im Lockdown deutlich, Feinstaub kaum –, blieben genau die Quellen übrig, die unabhängig vom Motor weiterlaufen: Reifen, Straße, Bremsen. Dein Corona-Beispiel stützt die These damit eher, als dass es sie entkräftet.

Und richtig, im Stadtverkehr bremst man selten „aus dem Vollgas". Es zählt aber nicht der einzelne Bremsvorgang, sondern die Aggregation: Stop-and-Go ist die höchste Bremsfrequenz pro Kilometer, multipliziert mit Millionen Fahrzeugen, täglich, bei zunehmendem Fahrzeuggewicht. Ob eine Quelle nun 0,1 % oder 30 % der Stadtbewohner betrifft – in einer dichten Großstadt sind beides reale Menschenzahlen. Und saubere Luft ist dabei mehr als Abwesenheit von Lungenkrankheit: Es gibt Hinweise, dass sie auch Kognition, Wohlbefinden und schlicht die Lust auf Bewegung draußen begünstigt. Wenn das Ziel saubere urbane Mobilität ist, darf man eine bekannte Quelle nicht bewusst aussparen – nicht wegen eines übertriebenen „Umweltfaktors", sondern der Systematik wegen.

Der blinde Fleck

PM10 und PM2,5 sind reguliert und werden gemessen. Ultrafeine Partikel (<0,1 µm), bei denen Bremsabrieb eine Hauptquelle ist, im Alltag praktisch nicht. Was nicht gemessen wird, taucht auch nicht in Risiko-Nutzen-Abwägungen auf – kein böser Wille, sondern ein Mess- und Forschungsdefizit. Genau deshalb ist das für mich ein Innovationsaufruf, keine Moraldebatte.

Der Vorschlag

Die Scheibenbremse ist ein über 100 Jahre altes Prinzip: simple Reibung, träge, aber leicht zertifizierbar. Die Zurückhaltung der Hersteller vermute ich weniger in der Technik als in den Homologationsrisiken. Elektromagnetisches Bremsen hätte Potenzial weit über heutiges ABS hinaus: nahezu latenzfrei statt Ventilzyklen im Hydraulikkreis, radindividuelle Momentenregelung in Millisekunden, kein Fade, kein Rost, kein Belagverschleiß – also weniger Wartung, geringere Gesamtkosten und volle softwareseitige Kontrolle über Traktion und Fahrdynamik, gerade bei Nässe.

Ehrlich benannt: Heutige Motoren sind für Antrieb dimensioniert, nicht für Bremsmoment. Für ABS-Niveau braucht man grob das Zehnfache – das erfordert (materialseitig eher günstige) Antriebsinnovation und vor allem Software für Schlupf- und Traktionsregelung. Machbar, aber kein OTA-Update. Nebenbei entstünde so eine Technologie, die millionenfach verbaut auch dort weiterhilft, wo Reibbremsen an ihre Grenzen stoßen – Stichwort Vakuum, Robotik, Raumfahrt.

Bis es so weit ist: Bremshebel-Rekuperation (Silence, bitte!), verschleißarme Beläge, und die Sicherheit geht selbstverständlich vor – da bin ich mit Nobelhobel völlig einer Meinung. Das hier ist kein Kampf gegen E-Mobilität, sondern ein Plädoyer, den letzten quasi-verbrennerischen Baustein im Antriebsstrang endlich als Entwicklungsfrage zu begreifen.

Die Spezialisten hier mögen gern einwenden, wo die realen Hürden liegen – genau darum geht es mir.
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Re: Bremsbeläge Silence S01 (BJ 2026)

Beitrag von Wizzibizzi »

scooterq hat geschrieben: Fr 28. Aug 2026, 11:12 danke für die klare Gegenposition – ein Innovationsvorschlag muss solche Einwände aushalten können. Und du lieferst dabei, vermutlich unbeabsichtigt, selbst das stärkste Argument:
Moin scooterq,

danke für deine sehr (!) ausführlichen Ausführungen. Ich denke, im Kern wird wohl jeder zustimmen: Emissionen - gleich welcher Art - sollten so gering wie möglich gehalten werden. Das wird niemand wirklich bestreiten, denke ich.

Aber - und das hast du natürlich gekonnt umschifft - zeigt das von mir genannte Beispiel zur Corona-Zeit ja, dass "Messen" das eine ist, aber "Ursachenbestimmung" etwas anderes. Die "berühmte" Deutsche Umwelthilfe hat so sehr den Verkehr für die Belastungen verantwortlich gemacht - und zeigt sich, dass mit weniger Verkehr sogar teilweise mehr Belastung entstand. Das möchte natürlich niemand erklären, weil dann der "Feind" - der Individualverkehr an sich - nicht als "allein Schuldiger" festgemacht werden kann.

Und soviel noch dazu: Selbst wenn man jetzt mit aller Gewalt Bremsstaub-Abrieb verhindert, bleibt auch bei der E-Mobilität immer noch "die Sau Reifenabrieb" übrig... die dann wieder zum großen Thema wird. So dreht man sich dann immer weiter im Kreis.

Und wie hier schon mehrfach geschrieben wurde: Es gibt weitaus (!) größere "Umweltsünder" als E-Fahrzeuge mit ihrem Bremsstaub. Im Stadtverkehr - auch das schrieb ich schon - rekuperiere ich zu 90%, auch und vor allem bei Stop-and-Go-Verkehr. Ich weiß nicht, warum du das jetzt nochmal als Quelle aufzählst. Mein E-Auto macht dasselbe: Ich rekuperiere dort im "Auto"-Modus. Kombiniert mit dem Tempomaten (ja, kann man wunderbar in der Stadt nutzen!) stoppt das Fahrzeug nahezu komplett ohne Bremsaktivität. Insofern bleibe ich dabei: Schon jetzt geht (gerade) von E-Fahrzeuge keine wirklich nennenswerte Belastung zum Thema Bremsstaub aus. Ich wüsste also immer noch nicht, warum man hier so einen Fokus drauf legen sollte.

Aber nun mal Schluss mit OT... ;)

Gruß, Wizzibizzi
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